Wein wird verschont
Pfand auf Cola-Dosen wird wahrscheinlicher

Ebenso wie bei Dosen und Einwegflaschen mit Bier und Wasser könnte noch im Herbst das Pflichtpfand auch für Cola und andere Limonaden kommen.

dpa BERLIN. Die Erhebungen deuteten darauf hin, dass der Mehrweganteil bei kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken innerhalb eines Jahres um etwa zehn Prozentpunkte eingebrochen sei. Das sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums am Montag in Berlin. Knapp verschont vom Pfand bleiben aber wohl Weinflaschen.

Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" (Montag) fiel die Mehrwegquote bei Erfrischungsgetränken von 74,81 Prozent im Jahr 1999 auf etwa 64 Prozent in 2000. Nach der geltenden Verpackungsverordnung wird ein Zwangspfand auf Einwegverpackungen - Dosen und Kunststoffflaschen - erhoben, wenn die Mehrwegquote von 72 Prozent zwei Jahre in Folge unterschritten wurde. Für Einweg- Getränkeverpackungen bis 1,5 Liter wird dann ein Pfand in Höhe von 0,25 Euro fällig, über eineinhalb Liter sind es 0,50 Euro (knapp 1 Mark).

Die jüngsten Nacherhebungen zum Mehrweganteil sollen zusammen mit den Zahlen von 1997 in diesem Monat oder im April im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Ein halbes Jahr nach der Veröffentlichung greift dann das Dosenpfand. Theoretisch könnte das Pfand noch vor der Bundestagswahl am 22. September kommen. Als wahrscheinlicher gilt aber der Oktober.

Mehrere große Getränkehersteller und Lebensmittelketten waren vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin mit einer Klage gegen das Dosenpfand gescheitert. Die Kläger wollten verhindern, dass die Bundesregierung das Ergebnis der Nacherhebung über den Mehrweganteil von 1997 bekannt geben darf.

Der allgemeine Trend zur Dose hat sich nach Angaben des Umweltministeriums auch in den vergangenen beiden Jahren fortgesetzt. Von der vorgeschriebenen Zielmarke von 72 Prozent entferne sich der Mehrweganteil bei Getränken immer weiter nach unten.

Zu der Kritik der Bundesvereinigung Deutscher Handelsverbände (BDH), das Pflichtpfand verteuere Getränke um bis zu fünf Cent, sagte ein Sprecher von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) der "Welt": "Das ist Mumpitz". Umwelt- und Wirtschaftsministerium hätten errechnet, dass das Pflichtpfand den Verbraucher 0,9 Cent pro Getränke-Verpackung kosten werde.

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