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Weingärtner nach French Open wieder optimistisch

Paris (dpa) - Für das Bild, das Marlene Weingärtner von den French Open malt, wird sie wohl nur freundliche, helle Farben verwenden. Sie ist wieder da, sie spielt wieder mit.

Paris (dpa) - Für das Bild, das Marlene Weingärtner von den French Open malt, wird sie wohl nur freundliche, helle Farben verwenden. Sie ist wieder da, sie spielt wieder mit.

«Ich bin sehr motiviert und wenn ich gesund bleibe, wird es wieder nach oben gehen», sagte die Tennisspielerin, die unter dem Künstlernamen «Marwei» abstrakte Bilder malt und ausstellt, nach ihrem Achtelfinal-Aus beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Vor vier Wochen gab es in ihrem Leben nur dunkle Töne und düstere Gedanken. «Ich saß zu Hause und habe geheult, weil ich verletzt war und nicht spielen konnte», erzählte die 24 Jahre alte Heidelbergerin. Durch zwei Bauchmuskelzerrungen und einen Ermüdungsbruch im Fuß musste sie in diesem Jahr insgesamt zwölf Wochen zwangspausieren. Sie rutschte aus den Top 100 der Weltrangliste. In Paris war sie jedoch urplötzlich wieder die beste von fünf deutschen Spielerinnen.

Bevor das 17 Jahre alte russische Tennis-Model Maria Scharapowa sie mit 6:3, 6:1 bezwang und so am Einzug ins erste Grand-Slam-Viertelfinale ihrer Karriere hinderte, hatte sie in Nadja Petrowa in Runde drei immerhin die Nummer acht der Setzliste aus dem Turnier befördert. Die Russin fällte danach ein treffendes Urteil: «Sie ist eine, die heute unglaublich spielt und morgen wieder ihr schlechtestes Tennis.»

Das Auf und Ab war Programm im Leben der zierlichen jungen Frau, die rumänische Eltern hat und als Kind durch die harte Eiskunstlauf-Schule gegangen ist. Mal stand sie im Achtelfinale der Australian Open und auf Position 36 der Weltrangliste (2002), mal entthronte sie in Melbourne Titelverteidigerin Jennifer Capriati (2003), mal musste sie nach Rücken- und Muskelverletzungen wieder ganz von vorn anfangen. Hinzu kamen etliche Trainerwechsel, zuletzt verlor sie Borna Bikic an die serbische Spielerin Jelena Dokic.

Seit sechs Wochen hat Marlene Weingärtner privates und berufliches eng verknüpft. Freund Christian Vinck, einst deutscher Tennis-Meister, coacht sie nun auch. «Wir haben eine sehr gute Beziehung», verriet die künstlerisch begabte Sportlerin mit Abitur, die nicht nur malt, sondern auch Klavier spielt und Mode entwirft. Drei Wochen bleiben bis Wimbledon, um die Paris-Impressionen auf die Leinwand zu bringen. Die unverwechselbare Farbe des roten Sandes von Roland Garros dürfte in ihren neuen Kreationen jedenfalls eine dominierende Rolle spielen.

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