Weiße Weihnacht eher unwahrscheinlich
Deutschland, ein Eisschrank

Die so genannte gefühlte Temperatur betrug wegen des eisigen Ostwindes aber etwa minus 35 Grad, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes.

HB/dpa HAMBURG. Die Hochs "Zefir" und "Yussuf" verwandelten auch Bayern und Teile Ostdeutschlands in einen Eisschrank. Schlitten und Skier müssen jedoch noch im Keller bleiben: Schnee ist in den nächsten Tagen nicht in Sicht. In Neubrandenburg erfror eine 89- jährige Frau im Freien, nachdem sie gestürzt war.

Knackiger Frost brachte in Hamburg den S-Bahn-Verkehr teilweise zum Erliegen, in Thüringen brachen Bäume unter der Eislast zusammen und sorgten für Stromausfälle. "Scharfer Frost und relativ wenige Niederschläge sind für die Vorweihnachtszeit typisch", sagte Reinhard Kohlmann vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Auch in den kommenden Tagen soll das über Osteuropa liegende Hoch weiter für frostiges und trockenes Winterwetter sorgen, wenig Hoffnung gibt es für weiße Weihnachten: "Die Erfahrungen sprechen gegen Schnee am 24. Dezember", sagte Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

Während die Deutschen bereits bei einigen Minus-Graden bibberten, mussten die Menschen in Sibirien Temperaturen bis minus 48 Grad aushalten. Der Kälterekord wurde am Montag aus der jakutischen Ortschaft Taas-Jury mit 55 Grad minus gemeldet. In Moskau herrschten am Morgen 15 Grad Frost. Seit Anfang Oktober starben in der russischen Hauptstadt bereits 141 Menschen, meist Obdachlose oder Betrunkene, an den Folgen der Kälte, in Polen erfroren 61 Menschen.

In Griechenland führte der überraschende Wintereinbruch zu chaotischen Straßenverhältnissen. Besonders betroffen von Sturm und Schneefall waren nach Berichten des griechischen Fernsehens die Regionen im Nordwesten des Landes. Um der Stadt Ioannina lag eine 20 Zentimeter hohe Schneedecke. Autofahrer mussten aus den Schneemassen befreit werden. Die meisten Fährverbindungen zu den Inseln wurden bereits eingestellt. Auch in Bulgarien herrschte Schneechaos.

Eher positiv bewerten die Getreidebauern in Deutschland die Minusgrade, da der Frost die Bodenstruktur auflockert. "Der Ackerboden friert in kleinen Krumen zusammen, so kommt mehr Luft hinein", sagte Waltraut Ruland von der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe in Münster. Kritisch werde es erst bei Frostgraden von minus 15 Grad ohne schützende Schneedecke.

In den Zoos hat die plötzliche Kälte einer Reihe von Tieren eine vorübergehende Ausgangssperre beschert. "Der sibirische Tiger muss nun erstmal drinbleiben", sagte der Tierarzt des Allwetterzoos Münster, Karl Schaller. Das Tigergehege ist wie bei vielen gefährlichen Tieren durch breite Wassergräben gesichert. "Wenn die jetzt zufrieren, können die sich davonmachen", sagte Schaller.

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