Weißrussland unterliegt im Bruderkampf 2:7
Eishockey: Frustrierte Russen holen Bronze

Russland gewinnt Bronze, aber der Rekord- Weltmeister hat nach dem enttäuschenden Olympia-Auftritt im eigenen Lager allen Respekt verloren. "Eine Katastrophe. Das war das schlechteste Team, das je bei einem internationalen Turnier aufgetreten ist", schimpfte Wiktor Mamatow, Chef de Mission der russischen Olympia-Mannschaft.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Auch der glanzlose 7:2-(2:1, 2:1, 3:0)-Erfolg gegen Weißrussland im "kleinen Finale" am Samstag in Salt Lake City war kein Trost für das Halbfinal-Aus gegen die USA. Seit dem Olympiasieg vor zehn Jahren in Albertville hat die einstige Eishockey-Großmacht weder bei Winterspielen noch bei Weltmeisterschaften einen Titel gewonnen.

Vor dem Bronze-Spiel handelte sich der russische Chefcoach Wjatscheslaw Fetisow einen Rüffel von oberster Stelle ein. "Man kann einige Entscheidungen der Schiedsrichter kritisieren, aber nicht die Integrität des olympischen Eishockey-Turniers untergraben und in Frage stellen. Das macht mich wütend", sagte Weltverbands-Präsident Rene Fasel. Er reagierte damit auf die schweren Vorwürfe des Russen- Trainers. Fetisow hatte nach der 2:3-Niederlage gegen die USA seinen Verdacht geäußert, es sei schon vor dem Halbfinale abgesprochen gewesen, dass Kanada und die USA das Finale bestreiten.

Wie bei der Schlappe gegen den Gastgeber, als die ausschließlich aus Spielern der nordamerikanischen Profi-Liga (NHL) zusammengestellte Mannschaft zwei Drittel lang merkwürdig passiv wirkte, spulte der achtfache Olympiasieger und 22-malige Weltmeister gegen die Weißrussen lustlos sein Pensum herunter und begnügte sich vor 8500 Zuschauern im E Center mit einer mäßigen Leistung zum Gewinn seiner insgesamt elften olympischen Medaille.

Im "Bruderduell" mit den Weißrussen, die nach dem Sensationssieg gegen Schweden im Viertelfinale in der Vorschlussrunde an Kanada scheiterten, brachte Alexej Kowalew die "Sbornaja" nach sechs Minuten in Führung. Vier Minuten später gelang Dimitrij Pankow der Ausgleich für den Olympia-Siebten von Nagano. Als Darius Kasparaitis (12.) Russland mit 2:1 in Front schoss, machte Weißrusslands Torhüter Andrej Mezin, der in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei den Berlin Capitals spielt, Platz für Ersatzkeeper Sergej Schabanow.

Den Weißrussen gelang noch der erneute Ausgleich durch Dimitrij Dudik (22.), doch danach zogen die in Nagano noch mit Silber dekorierten Russen durch Oleg Twerdowskij (24.) und Pawel Datsjuk (24.) auf 4:2 davon. Im Schlussdrittel machten Andrej Kowalew (48.), Super-Star Pawel Bure (53.) mit seinem zweiten Treffer und Maxim Afinogenow (60.) den Pflichtsieg der frustrierten Russen perfekt.

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