Weit reichende Auflagen
Kartellamt blockiert Eon-Einstieg bei der Ruhrgas

Das Bundeskartellamt widersetzt sich der Neuordnung auf dem deutschen Energiemarkt. So hat die Behörde ihr Veto gegen den Einstieg der Eon AG, Düsseldorf, beim mit Abstand größten Ferngasunternehmen Deutschlands, der Ruhrgas AG in Essen, eingelegt.

HB DÜSSELDORF. Eon konzentriert sich auf das Energiegeschäft und steuert hier - ähnlich wie Konkurrent RWE - auf Expansionskurs. Die geplante Mehrheitsübernahme von Ruhrgas durch Eon ist dabei nur Teil einer Reihe von Geschäften zur Neuordnung des deutschen Energiemarktes. Dazu zählen der Verkauf des Mineralölgeschäfts der Eon (Veba Oel/Aral) an BP. RWE bringt sein Mineralölgeschäft (Dea) in ein Joint Venture mit Shell ein. Auch gegen diese Geschäfte hegt das Kartellamt ernste Bedenken.

Sollte den Unternehmen kein Kompromiss mit der Behörde gelingen, könnte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller das Instrument der Ministererlaubnis für die Freigabe einsetzen. Der Minister hat die Option bereits angekündigt. Müller prüft dabei nicht nur wettbewerbsrechtliche Gesichtspunkte, er kann auch die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen berücksichtigen.

Kartellamtspräsident Ulf Böge hatte sein Veto kürzlich angekündigt: der Eon-Einstieg bei der Ruhrgas führe zu Wettbewerbsbeschränkungen nicht nur auf den Gas-, sondern auch den Strommärkten. Böge sieht für die Beurteilung der geplanten Mehrheitsübernahme nicht den nationalen Gasmarkt als relevant an; vielmehr müssten Regional- und Lokalmärkte geprüft werden. Je näher die Unternehmen beim Verbraucher seien, um so größer würden wettbewerbsbegrenzende Maßnahmen. So hat Eon mit den Töchtern Contigas und Thüga im Endkundengeschäft bereits eine gute Position. Diese würde durch die Stadtwerkbeteiligungen der Ruhrgas noch verstärkt.

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