Weit unter den Erwartungen
Stimmung der US-Verbraucher wird schlechter

Die Stimmung unter den US-Verbrauchern hat sich im August weiter eingetrübt. Der Index des Verbrauchervertrauens fiel - entgegen den Erwartungen von Analysten - auf den tiefsten Stand seit November 2001.

HB/dpa/vwd WASHINGTON. Wie der Conference Board am Dienstag weiter berichtete, sank der Index des Verbrauchervertrauens auf 93,5 nach revidiert 97,4 (vorläufig: 97,1) im Juli. Damit erreichte das Verbrauchervertrauen den tiefsten Stand seit November 2001. Ökonomen hatten für den Berichtsmonat hingegen mit einem Stand von 96,9 gerechnet. Der Index für die Erwartungen wurde mit 94,5 (Vormonat revidiert: 96,1; vorläufig: 95,7) angegeben, der Index für die Einschätzung der gegenwärtigen Situation verringerte sich auf 92,0 (Vormonat revidiert: 99,4; vorläufig: 99,2).

Lynn Franco vom Conference Board verwies darauf, dass der Abschlag beim Index für die Einschätzung der aktuellen Situation darauf deute, dass ein Klimaumschwung für die US-Unternehmen nach wie vor auf sich warten lasse. Auch könne zunächst nicht mit einem Anziehen der privaten Konsumausgaben gerechnet werden. Zwar hätten sich die Erwartungen ebenfalls verschlechtert, doch sei auf dem nun erreichten Niveau vor dem Hintergrund bisheriger Erfahrungen nach wie vor eine fortgesetzte wirtschaftliche Aufwärtsbewegung zu erwarten, obwohl diese voraussichtlich eher schwach ausfallen werde.

Auch die Daten über die Aussichten für die kommenden sechs Monate sind durchwachsen ausgefallen: Einerseits ist der Anteil derer gestiegen, die eine Verbesserung des Unternehmensumfelds erwarten, andererseits jedoch wuchs auch der Teil jener, die eine nachteilige Entwicklung erwarten. Daneben verschlechterte sich die Einschätzung der Lage am Arbeitsmarkt. Die Einkommensperspektiven wurden im August jedoch etwas besser als im Vormonat beurteilt.

Ökonomen sind besorgt, dass die schlechte Verbraucherstimmung den bereits abgeschwächten Aufschwung weiter belasten könnte. "Wenn das Verbrauchervertrauen wesentlich zurückgeht, stellt sich die Frage, wie sehr wir uns auf die Verbraucher verlassen können", sagte die Ökonomin Lara Rhame der Agentur Bloomberg. US-Verbraucher stützen mit ihren Ausgaben zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaft. Analysten hatten nicht mit einem erheblichen Rückgang des Verbrauchervertrauens gerechnet. Der Index beruht auf Befragungen zur Einschätzung der Wirtschaftslage in rund 5 000 Haushalten.

Dagegen stiegen die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter im Juli überraschend stark. Unternehmen orderten Güter wie Computer, Autos und Flugzeuge im Umfang von 179,7 Milliarden Dollar, 8,7 Prozent mehr als im Juni. Im Vormonat waren die Aufträge um 4,5 Prozent gesunken.

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