Weiter an breitem Streubesitz interessiert
RAG bietet für Degussa

Der Kohlekonzern RAG hat am Montag sein Übernahmeangebot für den Spezialchemiekonzern Degussa vorgelegt. Danach bietet die RAG den Aktionären bis zum 23. Juli 38 Euro pro Aktie.

dpa DÜSSELDORF. RAG-Chef Karl Starzacher betonte jedoch, dass der Kohlekonzern weiter an einem breiten Streubesitz der Degussa-Aktie interessiert sei. Die Übernahme von Degussa durch die RAG ist ein Teil der geplanten Ruhrgas-Übernahme durch den Energiekonzern E.On und wird erst nach einer Ministerentscheidung für dieses Geschäft wirksam.

Die RAG will die 3,9 Milliarden Euro teure Übernahme der Degussa durch den Verkauf seiner 18,4 Prozent Ruhrgas-Anteile an E.On sowie über einen Bankkredit in Höhe von zwei Milliarden Euro finanzieren. E.On verfügt derzeit über einen Degussa-Anteil von rund 65 Prozent.

Solange E.On noch über 20 Prozent Anteile hält, soll Degussa in einem Übergangszeitraum bis Ende Mai 2004 von der RAG und E.On gemeinsam geführt werden. Bis dahin will die RAG über die Mehrheit von 50,1 Prozent verfügen.

Das operative Geschäft solle weiterhin vom Management der Degussa geführt werden, betonte der RAG-Chef. Auch sei keine Verschmelzung mit der RAG-Chemietochter Rüttgers geplant. Starzacher verteidigte die frühe Abgabe des Übernahme-Angebots vor der Minister-Entscheidung über die Ruhrgas-Transaktion als "rein kaufmännische Entscheidung". Auf Grund der Kursentwicklung der Degussa-Aktie hätte die Übernahme sonst bis zu einer halben Milliarde Euro teurer werden können, sagte der RAG-Chef. "Wir sind das Risiko eingegangen, weil wir glauben, dass die Chancen für einen positiven Minister-Entscheid gut stehen."

Die RAG will gemeinsam mit E.ON darauf hinwirken, dass Degussa eine Dividende von mindestens 1,10 Euro pro Aktie ausschüttet. "Wir gehen davon aus, dass die Aktie noch viel Potenzial hat", betonte Starzacher. Bei einem Bestand von insgesamt 200 Millionen Degussa - Aktien rechnet die RAG also bei Übernahme der Mehrheit mit einer jährlichen Dividende von mindestens 110 Millionen Euro.

Der Degussa-Vorstand begrüßte in einer Stellungnahme die Absicht der RAG, Degussa als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen weiter zu führen. Mit einem Umsatz von zuletzt 12,9 Milliarden Euro und rund 53 400 Mitarbeitern ist Degussa das drittgrößte deutsche Chemie-Unternehmen und in der Spezialchemie nach eigenen Angaben weltweit die Nummer 1.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete der Konzern ein operatives Ergebnis (EBITA) von mehr als einer Milliarde Euro. Die RAG erwirtschaftete 2001 mit rund 87 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 15,3 Milliarden Euro und einen Vorsteuergewinn von 246 Millionen Euro.

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