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Weiter Diskussion über Managerbezüge - IG Metall will Stimme erheben

(dpa-AFX) Berlin - In der Diskussion um die umstrittenen Manager- Gehälter in Deutschland will die IG Metall jetzt deutlicher ihre Stimme in den Aufsichtsräten erheben. Auch der Opel-Betriebsrat forderte erfolgsabhängige Manager-Gehälter bei dem Autohersteller in Rüsselsheim. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) schlug indes vor, Vorstands-Bezüge an die Entwicklung der Einkommen von Arbeitern und Angestellten zu koppeln. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) nannte die Millionenbezüge einiger Manager "unmoralisch".

(dpa-AFX) Berlin - In der Diskussion um die umstrittenen Manager- Gehälter in Deutschland will die IG Metall jetzt deutlicher ihre Stimme in den Aufsichtsräten erheben. Auch der Opel-Betriebsrat forderte erfolgsabhängige Manager-Gehälter bei dem Autohersteller in Rüsselsheim. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) schlug indes vor, Vorstands-Bezüge an die Entwicklung der Einkommen von Arbeitern und Angestellten zu koppeln. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) nannte die Millionenbezüge einiger Manager "unmoralisch".

Zypries sagte dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag): "Es ist sicher eine Überlegung wert, die Bezüge eines Vorstands nicht nur mit der Entwicklung der Aktien zu verknüpfen, sondern auch die Lohnentwicklung im jeweiligen Unternehmen zu berücksichtigen." Um dieses Kriterium könnte der Corporate Governance Kodex der Wirtschaft erweitert werden. Gesetzliche Eingriffe zur Regelung von Managerbezügen lehnt die Ministerin weiter ab.

Künast rief dazu auf, jeden Anschein von Korruption zu vermeiden: "Wenn ein Manager seine Firma an einen Konkurrenten verkauft, darf er dafür keine Provision oder Abfindung kassieren. ... Sonst gucken Manager in solchen Fällen auf ihre finanzielle Belohnung und nicht darauf, Arbeitsplätze zu erhalten", sagte die Grünen-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Wir leben nicht im Sozialismus und können Manager-Gehälter nicht per Gesetz festlegen", fügte sie hinzu. "Aber es besteht kein Zweifel: Die Millionenbezüge und Abfindungen in Vorstandsetagen sind unmoralisch."

Die IG Metall will verstärkt ihren Einfluss in Aufsichtsräten geltend machen, um zu neuen Regelungen zu kommen. "Gehaltsvorschläge sind seit Jahrzehnten eine Domäne der Kapitalseite", sagte der Zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Berthold Huber, in einem dpa-Gespräch. Er wehre sich daher gegen Vorwürfe, dass die Belegschaftsvertreter in den Kontrollgremien an der Explosion der Vergütungen mitschuldig seien.

Die IG Metall will sich für mehr Transparenz von Managergehältern auch in mittelständischen Unternehmen ohne Aufsichtsräte einsetzen. "Im Mittelstand liegt das alles im Dunklen, und unsere Einflussmöglichkeiten sind sehr begrenzt", sagte Huber. Die Scheu, Zahlen zu veröffentlichen, sei weit verbreitet.

Der Opel-Betriebsrat will nach Informationen des Fachmagazins "Automobilwoche" auf erfolgsabhängige Manager-Gehälter dringen. "Wir werden im Aufsichtsrat diskutieren, 60 Prozent des Gehalts in einen variablen, erfolgsabhängigen Anteil umzuwandeln", sagte der Betriebsrats-Vorsitzende Klaus Franz des zum General Motors-Konzern < GM.NYS > < GMC.FSE > gehörenden Autobauers. Dieser Anteil könnte unter anderem am Börsenwert des Unternehmens, am ökonomischen Erfolg oder der Arbeitsplatzsicherung gemessen werden.

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