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Weiter frühlingshafte Stimmung an der Wall Street

Die Wall Street hat den März mit einer ansehnlichen Rally begonnen, und zum Wochenbeginn stehen erneut alle Ampeln auf grün. Die Futures deuten auf einen Handelsauftakt in der Gewinnzone, der marktbreit gefasste S&P 500 notiert eine halbe Stunde vor der Glocke mit 5 Zählern im Plus.

wsc NEW YORK. Auf einer Welle guter Konjunkturdaten und optimistischer Kommentare von Unternehmensseite war der Dow Jones am Freitag auf ein Sechs-Monats-Hoch gesurft. Das Standardbarometer hatte legte 263 Punkte oder 2,6 Prozent auf 10.369 Punkte zugelegt, und auch die Nasdaq verbrachte das Wochenende in ungeahnten Höhen: Der Tech-Index hatte 71 Zähler oder 4,1 Prozent auf 1803 Punkte zugelegt.

Am Montagmorgen stehen indes einige Tech-Werte auf der Verliererseite. Die Aktie des Softwareherstellers Oracle ist mit einem Minus von 11,5 Prozent größter Verlierer, nachdem das Unternehmen eine Ertragswarnung ausgesprochen hat. Bei nachhaltig schwachem Umsatz rechnet man bei dem Marktführer für Speichersoftware damit, die allgemeinen Gewinnerwartungen an das Quartal um einen Cent zu unterschreiten. Die Analysten von Merrill Lynch stufen die Aktie am Morgen auf "halten" ab. "Nach der Warnung könnte die Aktie auf eine Spanne von 10 bis 12 Dollar sinken", warnt der Analyst.

Die Warnung bei Oracle zieht auch weitere Software-Titel ins Minus. PeopleSoft verliert schon vor der Glocke 2,4 Prozent, Siebel Systems gibt 3,3 Prozent ab und auch Microsoft notiert nur schwach behauptet.

Ganz andere Probleme belasten den Software-Hersteller Computer Associates . Die Ratingagentur Moody?s hat die Kreditwürdigkeit des zuletzt gebeutelten Unternehmens um einen Grad heruntergesetzt. Für die Analysten von JP Morgan kommt dies zwar überraschend, doch urteilt man, es hätte schlimmer kommen können. Die Experten hatten mit einer Senkung um zwei Grade gerechnet. Im übrigen glauben sie, das Downgrade sei bereits eingepreist, für die Aktie sei ein Boden erreicht. Nach einem Kurseinbruch um zuletzt 60 Prozent in den vergangenen vier Wochen sieht man einen Boden erreicht.

Andere Tech-Riesen, darunter der Hardware-Riese Sun Microsystems, Computerbauer Dell und der Chip-Gigant Intel , starten gut gelaunt in die neue Woche: Mit einem vorbörslichen Plus von mehr als 1 Prozent lässt Cisco Systems auf einen starken Netzwerksektor hoffen.

Mit guter Stimmung starten die Internet-Aktien in die neue Woche. Die Analysten von Merrill Lynch stufen Yahoo auf, die Deutsche Banc Alex Brown setzt den Internet-Auktionator Ebay auf "aggressiv kaufen". Beide Aktien gewinnen vor Handelsbeginn um 3,8 Prozent.

Ein weiteres Upgrade stützt am Morgen die Aktie von General Motors . Die Analysten von JP Morgan setzen den Titel von "halten" auf "kaufen". Sie sagen, der weltgrößte Autokonzern profitiere von der anhaltend robusten US-Nachfrage für PKWs und der vorteilhaften Entwicklung der Marktanteile. Im Fall einer Branchenerholung sollte der Konzern überdurchschnittlich abschneiden. Der Analyst hebt die Erwartungen für die PKW-Verkaufszahlen in Nordamerika 16,5 Millionen Stück an. In Anbetracht der sich abzeichnenden Konjunkturerholung und den weiterhin niedrigen Zinsen könnten die Verkaufszahlen der Branche in diesem Jahr sogar 17 Millionen PKWs erreichen.

Negative Kommentare belasten hingegen die Papiere von Minnesote Mining & Manufacturing, kurz 3 M. Bei Lehman Brothers senkt man die Gewinnerwartungen für den Industrie-Multi, da man vor allem im ohnehin schwachen Auslandsgeschäft weitere Einbrüche erwartet. Die Schätzungen von Lehman Brothers liegen nun unter denen des Unternehmens und des Marktes; die Aktie verliert vor der Glocke etwa 1 Prozent.

Die Aktie von Home Depot lässt ein Downgrade am Morgen zunächst kalt: Die UBS Warburg senkt ihr Rating für die größte U-Baumarktkette und den Konkurrenten Lowe?s von "aggressiv kaufen" auf "kaufen". Zum einnen habe der Sektor den übrigen Einzelhandel zuletzt outperformed, zum anderen seien die Unternehmen zuletzt so erfolgreich gewesen, dass positive Überraschungen in naher Zukunft ausgeschlossen werden könnten. Die Analysten senken ihr Kursziel für Home Depot auf 55 - 35 Dollar, für Lowe?s auf 52 bis 59 Dollar.

Nachrichten von der Rüstungsfront wirken sich auf die Aktien noch nicht aus, werden auf dem Parkett aber durchaus diskutiert: Nach bisher erfolglosem Werben hat Nothrop Grumman den Kollegen von TRW eine feindliche Übernahme angekündigt. "TRW hat auf unser Angebot nicht substanziell reagiert", erklärt Northrop-Vorstand Kent Kresa. Man leite nun die zweite Phase ein und wende sich direkt an die Aktionäre des Übernahmekandidaten. TRW hält das Angebot von 6 Milliarden Dollar für nicht ausreichend, an der Wall Street vermutet man, dass das Management auf der Suche nach einem "Weißen Ritter" ist, der durch ein höheres Angebot Northrop aus dem Rennen schmeißt.

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