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Weiter im Fahrwasser der Wall Street

Was macht die Wall Street, wenn die amerikanische Notenbank heute Abend den Leitzins senkt?

Wie aber geht?s mit den Aktien weiter, wenn es - noch - keine Zinssenkung gibt? In ein paar Stunden werden wir es wissen; ich rechne in beiden Fällen nicht mit einer nachhaltigen Veränderung des aktuellen Stim- mungsbilds, und das ist ja nicht schlecht, denn auch und gerade beim "Nicht"-Beschluss bliebe die Zinssenkungsfantasie bestehen.

Aus diesem Anlass stellt sich wieder einmal die Frage nach der Korrelation von Dow und Dax, nach dem Einfluss der US-Börse auf den deutschen Aktienmarkt. Geradezu ein Klassiker in den Diskussionen der Börsianer. Denn es gab und gibt immer wieder einmal Grund zu untersuchen, ob die Börsenkurse getrennte Wege gehen: z.B. bei wichtigen innenpolitischen Veränderungen, unterschiedlichen Konjunkturverläufen und Wechselkursturbulenzen.

Der Blick auf den langfristigen Chart seit 1982, dem Jahr des Beginns der historischen Hausse liefert ein klares Ergebnis: New York war und ist nach wie vor die Leitbörse für Frankfurt - auch für die meisten anderen Aktienmärkte rund um den Globus. Können wir uns vom US-Trend abkoppeln? Ja, aber immer nur für eine gewisse Zeit.

Schon bei der flüchtigen Betrachtung fallen zwei weitere Besonderheiten auf: Seit der dramatischen Beschleunigung des Kursaufschwungs in der zweiten Hälfte der 90er Jahre rannte der Dax dem Dow mehrfach davon. Umgekehrt hat sich der deutsche Aktienmarkt in der Abschwungsphase seit dem Jahr 2000 schlechter entwickelt als der amerikanische - aber selbst dann ist der Trendverlauf fast parallel.

Übrigens: Bei weltpolitischen Krisenbörsen war der Schwächeanfall hierzulande fast immer heftiger als an der Wall Street, zum Beispiel 1990/91 und 1996. Ob wir?s wollen oder nicht: Wir bleiben im Fahrwasser Amerikas.

Machen Sie?s gut - bis morgen!

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