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Weiter keine Lösung im Nadschaf-Konflikt

Im Konflikt um die irakische Schiitenhochburg Nadschaf ist weiter keine Lösung in Sicht. Die Abreise einer Vermittlungsdelegation der in Bagdad tagenden irakischen Nationalkonferenz, die mit dem radikalen Schiiten-Prediger Muktada el Sadr sprechen soll, verzögerte sich.

dpa BAGDAD/NADSCHAF. Im Konflikt um die irakische Schiitenhochburg Nadschaf ist weiter keine Lösung in Sicht. Die Abreise einer Vermittlungsdelegation der in Bagdad tagenden irakischen Nationalkonferenz, die mit dem radikalen Schiiten-Prediger Muktada el Sadr sprechen soll, verzögerte sich.

Konferenzteilnehmer nannten als Grund dafür unter anderem Sicherheitsprobleme. Nach Angaben des US-Senders CNN hat die irakische Regierung zugesagt, die Sicherheit der Delegation zu garantieren. Die Abreise der Delegation werde aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben.

Die Delegation soll dem Vernehmen nach eine Auflösung von El Sadrs so genannter Mahdi-Armee und ihre Umwandlung in eine politische Partei vorschlagen. Außerdem wird erwartet, dass sie von den Milizen El Sadrs verlangen wird, die Imam-Ali-Moschee zu verlassen. Im Gegenzug sollen sie demnach Straffreiheit erhalten.

Zunächst war unklar, ob die geplante Wahl eines Nationalrates, der als Übergangsparlament fungieren soll, am Dienstag zum Abschluss des Treffens der Nationalkonferenz in Bagdad wie geplant über die Bühne gehen würde. Ein Teilnehmer der Konferenz sagte, die Wahl solle erst stattfinden, wenn die Delegation aus Nadschaf zurückgekehrt sei.

In Nadschaf schlugen am frühen Dienstagmorgen mehrere Raketen ein, wie aus Kreisen der El-Sadr-Milizen verlautete. Sie hätten ein Loch in die äußere Umfriedung der Moschee gerissen. Auf dem Gelände der Moschee halten sich mehrere hundert Kämpfer auf. Den Angaben zufolge starben am Montagabend bei Zusammenstößen zwischen den Milizen und der US-Armee drei El-Sadr-Anhänger. Sieben weitere seien verletzt worden.

Unterdessen sind bei einem Anschlag in einem belebten Viertel der irakischen Hauptstadt Bagdad nach ersten Angaben mindestens vier Iraker getötet und über 20 weitere verletzt worden. Das meldete der arabische Nachrichtensender El Arabija unter Berufung auf das Innenministerium in Bagdad. In ersten Fernsehbildern waren mehrere ausgebrannte Autos auf einer Straße zu sehen. Zeugen sprachen von einer sehr lauten Explosion. Unklar war zunächst, gegen wen sich der Anschlag gerichtet hatte. Die Bombe sei in der Nähe des alten Verteidigungsministeriums explodiert, hieß es.

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