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Weiter Kopf-an-Kopf-Rennen kurz vor Beginn der US-Wahlen

Erstmals seit längerem lag der demokratische Kandidat und Vizepräsident Al Gore in einer Umfrage im Auftrag des US-Kabelsenders MSNBC vom Montagabend mit 48 Punkten wieder vor seinem Konkurrenten George W. Bush.

afp/rtr WASHINGTON/DIXVILLE NOTCH. Wenige Stunden vor Öffnung der ersten Wahllokale ist weiter völlig unklar, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden wird. Erstmals seit längerem lag der demokratische Kandidat und Vizepräsident Al Gore in einer Umfrage im Auftrag des US-Kabelsenders MSNBC vom Montagabend mit 48 Punkten wieder vor seinem Konkurrenten George W. Bush. Für den Republikaner wollen der Erhebung zufolge 46 Prozent stimmen. Demnach kann der Grünen-Kandidat Ralph Nader auf vier Prozent hoffen und damit in einigen Schlüsselstaaten das Zünglein an der Waage spielen. Gore versuchte in einem Wahlkampf-Marathon von 30 Stunden, die Stimmen der letzten Unentschlossenen für sich zu gewinnen. In einem offenen Brief sprachen sich 57 Nobelpreisträger aus den USA für die Wahl von Gore aus. Zum ersten Mal in diesem Jahrhundert wählen die US-Bürger am Dienstag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament.

Der Ausgang des Präsidentschaftswahl ist der knappste seit Jahrzehnten. In den meisten Erhebungen vor der Wahl hatte Bush einen Vorsprung auf seinen demokratischen Widersacher von einem bis zu vier Prozent. Der Abstand war in den meisten Fällen statistisch jedoch nicht aussagekräftig.

In St. Louis im Bundesstaat Missouri zeigte sich Gore siegessicher. "Eure Botschaft lautet. Morgen holen wir uns Missouri, und dann gewinnen wir das Weiße Haus", sagte der 52-Jährige. Missouri gilt als einer der Schlüsselstaaten, die über den Ausgang der Wahl entscheiden können. Gore setzte seinen Wahlkampfendspurt anschließend in Michigan fort und wollte noch in dem besonders wichtigen und umkämpften Staat Florida auftreten. Kurze Erholung gönnt er sich nur auf den Flügen zwischen den einzelnen Veranstaltungen. Am Dienstag will der Vize in seinem Heimatort Carthage in Tennessee wählen gehen und dann in Nashville das Ergebnis der Wahl abwarten. "Ich bin optimistisch, dass wir bald am Ziel sind", sagte hingegen Bush in Chattanooga, in Gores Heimatstaat Tennessee. Umfragen zufolge geht der Staat an die Republikaner.

Neben den Nobelpreisträgern sprachen sich in dem Offenen Brief auch 750 bekannte Wissenschaftler für die Wahl des Demokraten Gore aus. "In den kommenden vier Jahren braucht unser Land eine Führung, die den wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt unterstützt, um den der uns die Welt beneidet", hieß es in dem Schreiben.

Bei den Parlamentswahlen hoffen die Demokraten, die Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses zurückzugewinnen. Besonders beim Senat erscheinen die Chancen dafür jedoch gering, auch wenn "First Lady" Hillary Clinton wie erwartet zur Senatorin des Bundesstaates New York gewählt wird. Die ersten Wahllokale schließen um 18.00 Uhr Ortszeit (Mitternacht MEZ). Mit Hochrechnungen wird nicht vor Mittwoch 02.00 Uhr MEZ gerechnet.

"Kleiner Sieg" für Bush im ersten Wahllokal

Der republikanische Kandidat für das Amt des US-Präsidenten, George Bush, hat im kleinen Dorf Dixville Notch einen ersten Sieg errungen. Um eine Minute nach Mitternacht am frühen Dienstagmorgen (06.01 Uhr MEZ) gaben 21 Bürger ihre Stimme für Bush ab, teilten Wahlbehörden mit. Fünf Personen hätten für den Kandidaten der Demokraten, Al Gore, gestimmt und eine Person für den Grünen Ralph Nader. Das Dorf in den White Mountains im Bundesstaat New Hampshire gehört traditionell zu den ersten Orten, in denen in den USA gewählt wird. In New Hampshire dürfen die Wahllokale geschlossen werden, wenn alle registrierten Wähler ihre Stimme abgegeben haben.

In den USA wird am Dienstag ein neuer Präsident gewählt. Die aussichtsreichsten Kandidaten, der Gouverneur von Texas Bush und Vize-Präsident Gore, liegen Umfragen zufolge faktisch gleichauf. Die überwiegende Zahl der Wahllokale schließt am Mittwochmorgen MEZ.

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