Archiv
Weiter Spannungen im Irak

Bei den dreiwöchigen erbitterten Gefechten radikaler Schiiten-Milizen mit amerikanischen und irakischen Soldaten sind in der Pilgerstadt Nadschaf weit über 500 Menschen ums Leben gekommen.

dpa NADSCHAF/BAGDAD. Bei den dreiwöchigen erbitterten Gefechten radikaler Schiiten-Milizen mit amerikanischen und irakischen Soldaten sind in der Pilgerstadt Nadschaf weit über 500 Menschen ums Leben gekommen.

Einen Tag nach Ende des blutigen Konflikts bezifferten Krankenhausärzte am Samstag die Zahl der Toten mit 569, die der Verletzten mit 785. Die Zahlen beinhalteten nicht die Opfer auf Seiten der US-Armee. Nach dem Rückzug der Kämpfer des Predigers Muktada el Sadr am Freitag erlebten die Einwohner der Stadt ihre erste ruhige Nacht.

Dagegen hielten die Spannungen im Zentrum und im Norden des Landes an. Die US-Armee bombardierte am Freitagabend erneut Ziele in der Aufständischen-Hochburg Falludscha im "sunnitischen Dreieck". Dabei starben nach Angaben des arabischen Nachrichtensender El Dschasira vom Samstag mindestens vier Iraker. Die US-Armee geht davon aus, dass in Falludscha neben lokalen Rebellengruppen auch ausländische islamistische Terroristen Unterschlupf gefunden haben.

El Dschasira berichtete zudem, zwei entführte Türken seien von ihren Geiselnehmern umgebracht worden. Die Leichen der beiden erschossenen Ingenieure seien in der Stadt Baiji, nord-westlich von Bagdad, gefunden worden. Eine Bestätigung für den Bericht gab es zunächst nicht. Die türkischen Behörden versuchten, die Angaben zu überprüfen.

Der Konflikt in Nadschaf war am Freitag nach Vermittlung des schiitischen Großajatollahs Ali el Sistani zu Ende gegangen. Auf Befehl ihres Anführers Sadr hatten Milizionäre die Imam-Ali-Moschee geräumt, in der sie sich verschanzt hatten. Den Schlüssel für die Moschee übergaben sie an die Religionsgelehrten um Sistani. Die Moschee blieb am Samstag geschlossen, berichtete El Dschasira. Irakische Polizisten und Nationalgardisten patrouillierten in den Straßen der Stadt.

Derweil versammelten sich schiitische Religionsgelehrte unter Führung El Sistanis. Bei dem Treffen ging es nach Angaben von Teilnehmern darum, wie die Geistlichen künftig den heiligen Bezirk um die Imam-Ali-Moschee schützen können. Auch darüber, wie man den Kampf gegen ausländische Soldaten beurteilen soll, sprachen die Gelehrten.

In Mossul im Nordirak wurde am Morgen eine irakische Universitätsprofessorin auf offener Straße erschossen. Unbekannte eröffneten das Feuer auf die die Leiterin der Abteilung für Übersetzung an der Kunsthochschule von Mossul, Iman Abdul Monein, als diese auf dem Weg zur Arbeit war. In der nordirakischen Stadt Bedschi starben bei einem Mörsergranatenangriff von Aufständischen zwei irakische Zivilisten. Der Angriff habe offenbar einer Gruppe von US- Soldaten gegolten, sagte ein Polizeisprecher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%