Weiter Streit mit Möllemann
Spiegel trifft FDP-Chef Westerwelle

Zentralrats-Präsident Paul Spiegel will am Dienstag in Berlin im Thomas-Dehler-Haus der Liberalen mit FDP-Chef Guido Westerwelle zusammentreffen.

dpa BERLIN. Dies sagte Spiegel am Donnerstagnachmittag der dpa in Düsseldorf. Vor dem Hintergrund des Antisemitismus-Streites sei "ein Gespräch unter vier Augen" geplant.

Mit Westerwelles Stellvertreter Jürgen Möllemann, der Zentralrats- Vize Michel Friedman am Donnerstag erneut scharf attackiert hatte, wolle man sich hingegen nicht an einen Tisch setzen. "Mit der übrigen FDP-Spitze ist ein Gespräch möglich, aber nicht im Beisein von Jürgen Möllemann." Mit seiner "fortgesetzten Strategie der Doppelzüngigkeit" habe der FDP-Vize sich endgültig als Gesprächspartner und Demokrat disqualifiziert.

Möllemann - Chef der nordrhein-westfälischen FDP-Fraktion und der Landespartei- hatte am Vormittag bei einer Landtagsdebatte in Düsseldorf zum Antisemitismus-Streit erklärt: "Sollte ich die Empfindungen jüdischer Menschen verletzt haben, möchte ich mich entschuldigen." Außerdem hatte er angekündigt, dass der wegen seiner als antisemitisch empfundener Äußerungen kritisierte Ex-Grüne Jamal Karsli die FDP-Fraktion im Landtag verlasse.

Am Nachmittag gab Möllemann dann zu verstehen, er habe seine Entschuldigung ausdrücklich nicht auf Friedman bezogen. "Diese Entschuldigung galt wie gesagt den in Deutschland lebenden jüdischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen. Dem Journalisten Michael Friedman galt sie überhaupt nicht. Den halte ich unverändert für einen aggressiven und arroganten Typ, der jetzt mal was wegräumen muss", sagte Möllemann im Fernsehsender "Phoenix".

Der FDP-Vize hatte Friedman erstmals Mitte Mai vorgeworfen, durch sein "gehässiges und arrogantes" Auftreten für den wachsenden Antisemitismus in Deutschland mitverantwortlich zu sein. Dadurch war der über die Nahost-Politik entbrannte Streit mit dem Zentralrat eskaliert. Friedman warf Möllemann nun seinerseits vor, den Antisemitismus zu schüren.

Der Zentralrats-Vize sagte am Donnerstag dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) zu Möllemanns Entschuldigung: "Ich hätte mir gewünscht, er hätte sich noch einen Ruck gegeben und bei der allgemeinen Version, dass er sich bei den Juden in Deutschland entschuldigt, auch meinen Namen genannt." Insofern sei "die Entschuldigung zur Kenntnis genommen".

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