Weiter über 1,18 Dollar
Euro reagiert kaum auf Ifo

Der Euro hat am Montag kaum auf einen besser als erwartet ausgefallenen Ifo-Index reagiert. "Der Aufwärtstrend des Euro ist intakt und wir können uns auf einen Ansturm auf die Widerstandsmarke von 1,1886 Dollar einstellen", sagte Devisenanalyst Armin Mekelburg von der HVB in München.

Reuters FRANKFURT. "Das ist der zentrale Punkt diese Woche. Da bedarf es keiner weiteren Einflüsse", ergänzte er. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbesserte sich im Mai unerwartet deutlich. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland stieg auf 87,6 Zähler nach 86,6 Zählern im April. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem leichten Anstieg auf 86,7 Punkte gerechnet.

Gegen 10.30 Uhr MESZ kostete ein Euro 1,1814/18 Dollar nach 1,1838/44 Dollar zu Handelsschluss am Freitag in New York. Am Freitag hatte die Gemeinschaftswährung erstmals seit vier Jahren zum Dollar das Niveau seiner allerersten Börsennotiz vom 2. Januar 1999 (1,1747 Dollar) übertroffen. Nach Einschätzung von Devisenhändlern wird sich der Aufwärtstrend der Gemeinschaftswährung auch in den kommenden Wochen fortsetzen und den Euro auf neue Allzeithochs führen. "Der Markt ist sicher nicht zufrieden, bevor er die Marke von 1,20 Dollar gesehen hat", sagte ein Devisenhändler.

Beim Ifo-Index stieg vor allem die Erwartungskomponente für die kommenden Monate überraschend an, während die Komponente für die Beurteilung der gegenwärtigen Lage erwartungsgemäß zurückging. "Es scheint eine gewisse Hoffnung da zu sein", sagte Volkswirt Andreas Scheuerle von der DekaBank. "Ich vermute, dass diese sich darin begründet, dass die Weltwirtschaft sich im zweiten Halbjahr schneller erholen wird." Seine Kollegin Manuela Preuschl von der Deutschen Bank ergänzte: "Offensichtlich wurde die Euro-Aufwertung noch nicht so stark gespürt. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Exporteure gut dabei verdienen, wenn ihre Kunden die Aufträge nicht zurücknehmen. Erst wenn die Kunden die Mengen einschränken, wirkt die Euro-Aufwertung negativ." Scheuerle prognostizierte mit Blick auf die Europäische Zentralbank eine baldige Leitzinssenkung von 50 Basispunkten in der Euro-Zone.

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