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Weiter verhärtete Fronten zwischen USA und China im Flugzeug-Streit

Im Streit um das in China notgelandete US-Aufklärungsflugzeug bleiben die Fronten weiter verhärtet. Zwar würdigte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking am Dienstag als einen Schritt in die richtige Richtung, dass US-Außenminister Colin Powell den Tod des Piloten bedauert habe, dessen Abfangjäger mit der US-Maschine kollidiert war.

rtr PEKING. Der Sprecher fügte jedoch hinzu, dass China weiter eine offizielle Entschuldigung für den Vorfall am 1. April erwarte. US-Dipomaten kamen am Abend ein weiteres Mal mit der auf der Inseln Hainan festgehaltenen Besatzung des US-Aufklärers zusammen.

Auch nach den Äußerungen Powells sei das Thema noch nicht gelöst, sagte der Sprecher. "Wir drängen die USA weiter dazu, eine positive Haltung einzunehmen und die Einstellung der chinesischen Seite ernst zu nehmen." Die USA hätten einen Fehler gemacht und müssten sich dafür entschuldigen. Powell hatte den mutmaßlichen Tod des chinesischen Piloten bedauert, der seit dem Zusammenstoß über dem Südchinesischen Meer vermisst wird. Powell hatte wie auch US-Präsident George W. Bush eine Entschuldigung der USA erneut abgelehnt.

Die Bemühungen der USA um eine Rückkehr der Besatzung und eine Rückgabe der Maschine schienen weiter wegen der chinesischen Forderung nach einer Entschuldigung festgefahren zu sein. Bush sagte, die USA täten alles, was nötig sei, um einen Ausweg aus der "Sackgasse" zu finden. "Diplomatie benötigt manchmal aber etwas mehr Zeit, als die Menschen glauben". Die USA haben eine Entschuldigung ausgeschlossen, weil sie damit nach eigener Darstellung die Verantwortung für den Zusammenstoß übernehmen würden. Vize-Präsident Richard Cheney hatte eine Entschuldigung als inakzeptabel bezeichnet, weil sich die Kollision im internationalen Luftraum ereignet habe. Nach Darstellung Chinas war die US-Maschine hingegen in chinesischen Luftraum eingedrungen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UNO), Kofi Annan, sagte, er hoffe, dass durch direkte Gespräche zwischen beiden Seiten eine Lösung des Problems erreicht werden könnte. Zugleich bot er China und den USA seine Unterstützung an.

US-Militärattache Neal Sealock sagte nach dem fünften Treffen mit der Besatzung, die Bedingungen, unter denen die 21 Männer und drei Frauen festgehalten würden, seien gut. Die Besatzung ist in einem Gästehaus der chinesischen Armee untergebracht. Die Männer und Frauen hätten zusätzliche Privilegien erhalten, könnten sich frei in dem Gästehaus bewegen, ihr Training absolvieren und die Raucher unter ihnen würden auch mit Zigaretten versorgt.

Die USA haben zweimal täglich Zugang zur Besatzung gefordert. Unklar war, ob China sich in dieser Frage bewegt hat. In den USA ergab eine Umfrage, dass die meisten Amerikaner die festgehaltene Besatzung als Geiseln ansehen. Der Sprecher des US-Präsidialamtes, Ari Fleischer, sagte, die Gespräche zur Beendigung des Streits würden fortgesetzt. Jede Minute, die die Besatzung in China bleiben müsse, sei zu lang, fügte Fleischer hinzu.

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