Weiter Verhandlungen und Warnstreiks für mehr Gehalt
Verdi will Druck im Einzelhandel noch verstärken

Im Tarifstreit um höhere Gehälter für die knapp drei Millionen Beschäftigten im Einzelhandel will die Gewerkschaft Verdi ihren Druck weiter erhöhen. "Wir werden unsere Politik der Nadelstiche noch verstärken", kündigte Verdi-Sprecherin Christiane Zerfaß am Dienstag in Düsseldorf an. Im Saarland beraumte die Gewerkschaft ab Mittwoch eine Urabstimmung an, in Bremen wurden die Verhandlungen vertagt. Die Arbeitgeber hatten in beiden Bezirken zuvor 2,2 Prozent mehr Lohn angeboten.

ap/ddp-vwd FRANKFURT/MÜNCHEN. "Es sind noch viele Aktionen nötig, um die Arbeitgeber zu überzeugen", sagte Zerfaß. An welchen Orten Warnstreiks und Aktionen geplant seien, werde nicht bekannt gegeben. Die Urabstimmung in 14 saarländischen Betrieben soll bis zum 20. Juni dauern, wie Verdi-Sprecherin Stefanie Nutzenberger in Saarbrücken sagte. Zuvor hätten die Arbeitgeber für die rund 40 000 Beschäftigten des Landesbezirks 2,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt angeboten. Die Verhandlungen seien auf den 28. Juni vertagt worden.

In Bremen vertagte die Gewerkschaft die Verhandlungen in der zweiten Runde auf den 28. Juni, nachdem die Arbeitgeber ebenfalls 2,2 Prozent mehr Lohn angeboten hatten. "Bei einer Preissteigerungsrate von 3,5 Prozent haben wir das natürlich als unzureichend zurückgewiesen", sagte der Sprecher des Landesbezirks, Peter Franielczyk. Die Arbeitgeber hätten aber einen Vertragsentwurf über die Altersvorsorge in Aussicht gestellt.

Verdi fordert Einkommensverbesserungen von generell 5,5 Prozent, mindestens aber 100 Euro mehr im Monat. Zudem verlangt die Gewerkschaft die Abschaffung der niedrigeren Lohnklassen auf dem Land und die sofortige Zahlung der bereits vereinbarten privaten Altersvorsorge. Am Dienstag ließen rund 100 Beschäftigte des zu Neckermann gehörenden Versandhauses Fritz Berger AG in Neumarkt in der Oberpfalz die Arbeit ruhen, wie Verdi mitteilte. Dadurch sei es zum Stillstand im Betrieb gekommen. Die hohe Streikbeteiligung sei Ausdruck der Stimmung im Handel. Von den Beschäftigten werde immer mehr Leistung für extrem niedrige Tarifverdienste erwartet. Zum Auftakt ihrer angekündigten Warnstreiks hatten Verdi-Mitglieder am Montag ein Lager der Discount-Kette Norma in Regenstauf bestreikt.

Am Mittwoch sollen die Verhandlungen für die rund 470 000 Beschäftigten des nordrhein-westfälischen Einzelhandels in die dritte Runde gehen. Der Sprecher des Landesbezirks, Folkert Küpers sagte, er rechne nicht mit einem Abschluss. Dazu sei beispielsweise die Frage zu umstritten, wie die Beiträge zur Altersvorsorge angelegt werden sollen. In Thüringen werde ver.di die Verhandlungen um mehr Geld für die 56 500 Beschäftigten starten, sagte Zerfaß. In Rheinland-Pfalz läuft bereits die Urabstimmung über unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen, das Ergebnis wird für die nächste Woche erwartet.

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