Weiter Warnstreiks
Keine Annäherung in der Metallindustrie Baden-Württembergs

Die Verhandlungen über einen tariflich verankerten Weiterbildungsanspruch für die 820 000 Beschäftigten in der baden-württembergischen Metallindustrie treten auf der Stelle. Knackpunkte der Gespräche in Böblingen waren am Montagabend nach wie vor die Themen Fortbildung für Fließbandarbeiter, die Beteiligung der Mitarbeiter bei der Leistungsabsprache sowie die Qualifizierung von Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen.

ap BÖBLINGEN. Die Warnstreiks waren am Montag fortgesetzt worden. Laut IG Metall legten bei Bosch in Reutlingen rund 3 000 Beschäftigte die Arbeit kurzfristig nieder. In den vergangenen drei Wochen hatten sich insgesamt rund 200 000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt.

Bei der fünften Verhandlungsrunde war zwischen Arbeitgebern und IG Metall besonders die Qualifizierung von Bandarbeitern ein strittiges Thema. IG Metall-Bezirksleiter Berthold Huber sagte, auch Bandarbeiter müssten eine Chance für einen Aufstieg haben. Die Gewerkschaft fordert unter anderem, dass Arbeitnehmer, die länger als sieben Jahre am Fließband gearbeitet haben, einen höherwertigen Arbeitsplatz erhalten sollten. Falls das jeweilige Unternehmen dies nicht anbieten kann, wird eine Zulage von drei Prozent des Monatsentgelts verlangt. Ein Gewerkschaftssprecher sagte, es sei unklar, ob es bei den Gesprächen zu einem Tarifabschluss komme.

Ferner strebt die Gewerkschaft eine Beteiligung der Mitarbeiter bei der Leistungsabsprache an. Das lehnen die Arbeitgeber strikt ab. Der Verhandlungsführer von Südwestmetall, Otmar Zwiebelhofer, hatte erklärt, die Arbeitgeber wollten das Thema Leistungsreklamation nicht in den Qualifizierungsgesprächen verhandeln. Dies sei ein zu komplexes Thema.

Einigkeit herrscht früheren Angaben zufolge darüber, dass alle Beschäftigten einen Anspruch auf ein regelmäßiges Personalgespräch haben sollen, bei dem der Qualifizierungsbedarf zu verabreden sei. Kurzfristiger Bedarf an Weiterbildung solle auch von Vorgesetzten und Betriebsrat vorgeschlagen werden können. Baden-Württemberg ist der einzige Tarifbezirk in der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie, in dem über Weiterbildung verhandelt wird. Die Gespräche laufen seit Anfang April.

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