Weiterbeschäftigung in der Regel zumutbar
Befragung organisiert - fristlose Kündigung unzulässig

Wer als freier Mitarbeiter auf die Entlassung eines Kollegen mit einer "Mitarbeiterbefragung" reagiert, darf nicht ohne weiteres fristlos entlassen werden.

dpa MAINZ. Dem Mitarbeiter dürfte nur dann fristlos gekündigt werden, wenn eine Fortsetzung des Vertrags für den Arbeitgeber unzumutbar wäre, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in einem am Montag in Mainz veröffentlichten Urteil. (Az.: 5 Sa 1591/00).

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage einer Steuerberaterin statt, die sich gegen die fristlose Kündigung ihres Vertrages gewandt hatte. Die Klägerin war für einen Steuerberater als freie Mitarbeiterin tätig. Nachdem ihr Chef einem Mitarbeiter gekündigt hatte, organisierte die Klägerin eine Mitarbeiterbefragung und protestierte in einer Mitarbeiterversammlung gegen die Entlassung. Daraufhin kündigte der Steuerberater den Vertrag fristlos.

Das LAG befand zwar, dass die Klägerin eine "erhebliche Treue- und Loyalitäts-Pflichtverletzung" begangen habe. Es sei jedoch nicht erkennbar, dass dem Steuerberater ihre Beschäftigung bis zum Ende der regulären zweimonatigen Kündigungsfrist unzumutbar sei. Eine fristlose Kündigung dürfe nicht für zurückliegendes Verhalten "bestrafen", sondern müsse mit Blick auf die Zukunft eine auch nur noch kurzzeitige Weiterbeschäftigung als unzumutbar erscheinen lassen.

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