Weitere 2500 Arbeitsplätze fallen weg – Braathens-Übernahme noch nicht perfekt<p>
Skandinavische Fluggesellschaft SAS setzt zur Notlandung an

HANDELSBLATT, 7.11.2001 hst STOCKHOLM. Die skandinavische Fluggesellschaft SAS setzt wie viele ihrer Konkurrenten zur Notlandung an und wird ein drastisches Sparprogramm mit dem Abbau von weiteren 2 500 Arbeitsplätzen durchführen. Eine bereits vor den Terroranschlägen in

HANDELSBLATT, 7.11.2001

hst STOCKHOLM. Die skandinavische Fluggesellschaft SAS setzt wie viele ihrer Konkurrenten zur Notlandung an und wird ein drastisches Sparprogramm mit dem Abbau von weiteren 2 500 Arbeitsplätzen durchführen. Eine bereits vor den Terroranschlägen in den USA zu verzeichnende Konjunkturabschwächung habe sich nach den Attacken noch verschärft, erklärte ein Sprecher bei der Vorlage der Quartalszahlen. Der schwere Unfall auf dem Mailänder Flughafen Linate, bei dem nach einer Kollision einer SAS-Maschine mit einem deutschen Privatjet am 8. Oktober 118 Menschen ums Leben kamen, habe die Lage noch verschärft.

Die SAS rechnet für das laufende Jahr mit einem Gesamtverlust von 1,5 bis 2 Mrd. Kronen (158 bis 210 Mill. Euro). In den ersten drei Quartalen dieses Jahres sank der Vorsteuergewinn gegenüber der Vergleichperiode 2 000 von 1,1 Mrd. Kronen auf 7 Mill. Kronen. Der Umsatz stieg um 11 % auf 38,6 Mrd. Kronen. Im dritten Quartal flog die SAS einen Verlust von 213 Mill. Kronen ein. Im dritten Vorjahresquartal hatte sie noch einen Gewinn von 343 Mill. Kronen eingeflogen. Der Kurs der SAS-Aktie gab leicht nach.

"Wir müssen wie andere Fluggesellschaften umfassende Maßnahmen ergreifen, um bedeutende Verluste auch im kommenden Jahr zu vermeiden", erklärte SAS-Chef Jörgen Lindegard. Deshalb sei das Sparprogramm absolut notwendig, sagte er.

Besonders ist die SAS vom Rückgang der Business Class-Passagiere betroffen. Allein im Oktober verzeichnete die Airline in diesem wichtigen Kundensegment einen Buchungsrückgang von 16 %. "Hält die verschlechterte Situation an, könnte das in einer Krise für die Branche enden, die schlimmer ist als nach dem Golf-Krieg 1 991", sagte Lindegard.

Zu dem bereits Ende September angekündigten Abbau von 800 bis 1 100 Stellen sollen jetzt weitere 2 500 Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen. Lindegard rechnet, dass sein Konzern ab 2 003 dadurch jährlich rund 3,5 Mrd. Kronen sparen kann.

Zu den Sparplänen zählt auch die Streichung einiger innerskandinavischer Linien, so dass fünf weitere Flugzeuge zunächst am Boden bleiben. Zuvor hatte die SAS bereits die Stilllegung von 16 Maschinen bekanntgegeben. Außerdem hatte die Fluggesellschaft eine 5 %-ige Preiserhöhung durchgesetzt und das Streckennetz verringert.

Der im Mai avisierte Kauf des norwegischen Konkurrenten Braathens für rund 1,1 Mrd. Kronen ist trotz grünem Licht durch die norwegischen Kartellbehörden noch nicht unter Dach und Fach. Derzeit würden Verhandlungen laufen, sagte ein SAS-Sprecher. "Alles ist möglich", fügte er hinzu. Damit ist nicht auszuschließen, dass sich die SAS angesichts der deutlich verschlechterten Situation der gesamten Branche die Übernahme scheitern lässt.

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