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Instinet sieht erneut Rot

Die Instinet Group, Betreiberin der gleichnamigen elektronischen Handels-Plattform, hat vor allem wegen hoher Firmenwert-Abschreibungen das dritte Quartal in Folge rote Zahlen geschrieben.

Reuters NEW YORK. Der Nettoverlust habe 528,4 Millionen Dollar oder 2,05 Dollar je Aktie betragen nach einem Gewinn von 8,2 Millionen Dollar im Vorjahr, teilte das mehrheitlich zum Nachrichten- und Informationskonzern Reuters gehörende Unternehmen am Dienstag in New York mit. Ohne Sonderposten erzielte Instinet dagegen einen Proforma-Gewinn von 0,01 Dollar je Aktie. Trotz eines gestiegenen Marktanteils habe das Unternehmen netto weniger Gebühren eingenommen.

Das Netto-Ergebnis sei vor allem von Firmenwert-Abschreibungen und anderen Einmalposten im Wert von insgesamt 552 Millionen Dollar belastet worden, teilte Instinet weiter mit. Ohne diese Sonderbelastungen hatten von Thomson First Call befragte Analysten im Durchschnitt einen Verlust von 0,01 Dollar je Aktie erwartet.

Instinet hatte im September den Konkurrenten Island ECN per Aktientausch übernommen. Unternehmens-Chef Ed Nicoll erklärte, er erwarte nach der Übernahme jährliche Kosteneinsparungen von deutlich mehr als 25 Millionen Dollar. Instinet und Island zusammen sind nach der Nasdaq-Plattform der weltweit zweitgrößte elektronische Handelsplatz von Technologieaktien. Im Zuge der Übernahme verringerte sich der Reuters-Anteil an Instinet auf etwa 62 von zuvor 83 Prozent.

Neben den Abschreibungen drückte auch die anhaltende Börsenschwäche auf die Instinet-Ergebnisse. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir uns in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld und einer sehr wettbewerbsintensiven Landschaft bewegen", erklärte Instinet-Chef Nicoll. Der Umsatz fiel zum Vorjahr um 21 Prozent auf 254,3 Millionen Dollar.

Solange die derzeitigen Marktbedingungen anhielten, werde das Geschäft schwierig bleiben, sagte Nicoll bei einer Analystenkonferenz. Das Unternehmen, das in diesem Jahr zur Kostensenkung bereits Stellen abgebaut hat, werde seine Mitarbeiterzahl weiter prüfen.

Der Marktanteil am Volumen der gehandelten Nasdaq-notierten Aktien sei zwar im abgelaufenen Quartal auf 20,5 Prozent von 13,5 Prozent im Jahr zuvor gestiegen, hieß es. Doch zugleich seien die Netto-Gebühreneinnahmen aus dem gesamten US-Handelsgeschäft zum Vorquartal um sieben Prozent zurückgegangen. "Die Instinet-Gruppe kann den Marktanteil so stark erhöhen wie sie will, sie muss aus dem höheren Handelsvolumen auch Gewinne ziehen", sagte Analyst Daniel Goldberg von Bear Stearns. Instinet hat in diesem Jahr mit drastischen Gebührensenkungen für ihre Kunden versucht, der schwachen Börsenaktivität zu begegnen und so Marktanteile zu gewinnen.

Der Instinet-Kurs war an der Wall Street vor Bekanntgabe der Zahlen mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 2,51 Dollar aus dem Handel gegangen, während der Gesamtmarkt rund fünf Prozent zulegte. Am Montag waren die Titel auf ein 52-Wochen-Tief bei 2,41 Dollar gesunken.

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