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Weitere Anklage gegen Deutsche in Singapur

Die 23-jährige, der wegen Drogenhandels die Todesstrafe droht, wird nun auch vorgeworfen, verbotene Medikamente genommen zu haben.

afp SINGAPUR. Gegen die in Singapur wegen Drogenhandels inhaftierte Deutsche ist eine weitere Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft warf der 23-Jährigen Julia Bohl vor dem zuständigen Gericht die Einnahme eines Narkosemedikaments Ketamin vor. Zudem lehnte das Gericht einen Antrag der Verteidigung auf vorläufige Freilassung gegen Kaution ab. Wegen des Besitzes von 687 Gramm Haschisch und mutmaßlichen Drogenhandels war die Deutsche in der vergangenen Woche festgenommen worden. Dafür droht ihr in Singapur die Todesstrafe. Auf der Anklagebank saßen neben der Frau auch drei Singapurer. Über ihren Anwalt bestätigte die Deutsche, die Anklage zu kennen. Sie wurde während der kurzen Anhörung allerdings nicht aufgefordert, sich zu dem Fall zu äußern.

Zu dem Haftprüfungstermin war die Deutsche zusammen mit ihrem Vater und einem Botschaftsangehörigen erschienen. Die Polizei wirft den Angeklagten vor, Bars und Nachtclubs mit Drogen versorgt zu haben. In ihrer Wohnung im Zentrum der Stadt wurden den Angaben zufolge verschiedene Rauschmittel sichergestellt. Der Konsum des in Deutschland straffreien Narkotikums Ketamin ist in Singapur mit einer Geldstrafe von 20 000 Dollar und zehn Jahren Haft bewehrt. Eine Menge von mehr als 500 Gramm Cannabis erfordert nach Angaben der Drogenbehörden die Todesstrafe durch den Strang.

Bei einer Verurteilung wäre die Deutsche die zweite Europäerin, die in Singapur wegen Drogenbesitzes hingerichtet wird. 1994 wurde der Niederländer Johannes van Damme gehenkt.

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