Weitere Aufklärung gefordert: Bundesligisten machen dem DFB Feuer

Weitere Aufklärung gefordert
Bundesligisten machen dem DFB Feuer

Vielen Bundesligisten reichen die Erklärungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu den "Geheim-Verträgen" mit TV- Rechteagenturen nicht aus. Nach Informationen der dpa erhielt die DFB-Tochtergesellschaft nicht nur die bislang bekannten 16 Mill. DM aus zwei, sondern aus vier verschiedenen Verträgen zwischen 1988 und 2000 insgesamt 25 Mill. DM. Die Clubs fordern deshalb weitere Details.

HB/dpa HANNOVER. "Da besteht weiter Aufklärungsbedarf", sagte etwa Werder Bremens Aufsichtsrats-Mitglied Willi Lemke. Wolfsburgs Manager Peter Pander meinte: "Da muss für absolute Klarheit gesorgt werden."

In der Diskussion um die "Geheim-Verträge" steht der DFB trotz der Ehrenerklärung in eigener Sache weiter unter Druck. Zum einen wächst der Ärger bei den bisher zurückhaltenden Vereinen über die Nebenabsprachen und Zusatzeinnahmen des DFB. Zum anderen sind weitere bisher unbekannte Verträge ans Licht gekommen. Es gab nicht nur einen Vertrag mit der ISPR über Video- und Kassettenrechte der Bundesliga von 1992 bis 2000, sondern drei ähnliche Kontrakte mit den Agenturen ISPR und UFA für Bundesliga, Europapokal- und Pay-TV-Rechte.

"Der Ligavorstand ist von uns darüber informiert worden", sagte DFB-Sprecher Harald Stenger. "Damit ist der Fall für uns abgeschlossen." Die Summe von rund 25 Mill. DM wurde von Stenger nicht dementiert. Auf Basis dieser Fakten hatte der Ligavorstand dem früheren Wirtschaftsdienste-Geschäftsführer Wilfried Straub das "volle Vertrauen" ausgesprochen. Straub bearbeitet derzeit als Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) das Verfahren gegen den FC Bayern München.

Schriftliche Erklärungen sind den Bundesligisten vom DFB zugesandt worden, doch vielen Vereinsvertretern reicht das nicht aus. "Ich erwarte, dass das noch Mal thematisiert wird", sagte Pander. Eine der offenen Fragen ist, ob den Clubs noch Geld zusteht. "Das muss in der Liga diskutiert werden", forderte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Der frühere DFB-Ligasekretär, der nach eigenen Angaben von den geheimen Nebenabsprachen nichts gewusst hat, hält das für eine "rein rechtliche Frage".

Ähnlich sieht es Lemke, der als damaliger Manager des SV Werder bei Abschluss der Verträge als einer der Vermarktungsexperten in der Liga galt, aber nichts wusste: "Bei uns im Verein war niemand informiert." Lemke fordert deshalb, "einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer einzusetzen."

Der sonst so forsche Bayern-Manager Uli Hoeneß lehnte am Mittwoch jeden Kommentar ab. "Ich bin der Meinung, man sollte mit den Betroffenen reden und nicht über die Medien kommunizieren", sagte der Münchner. Die ungewohnte Zurückhaltung scheint aber eher taktisch bedingt. Schließlich haben auch die Bayern von einer Nebenabsprache profitiert und 21,47 Mill. ? von der Kirch-Gruppe kassiert. Die Untersuchungen dieses "Geheim-Vertrages" dauern noch an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%