Weitere der Festgenommenen in Karlsruhe erwartet
Kopf der El-Tawhid-Gruppe vor Ermittlungsrichter

Der erste aus der am Dienstag festgenommenen Gruppe mutmaßlicher islamischer Terroristen ist am Mittwochmittag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe überstellt worden. Es handelt sich offenbar um den Palästinenser Yaser H., einen führenden Kopf der elf Männer, die am Vortag in einer bundesweiten Aktion dingfest gemacht worden waren. Er war mit einem Hubschrauber nach Karlsruhe gebracht worden.

dpa/WiWo/ap KARLSRUHE. Wie aus Justizkreisen zu erfahren war, sollen mindestens drei weitere im Laufe des Tages mit Autos nach Karlsruhe gebracht werden. Ob es eine Entscheidung darüber geben wird, gegen welche der mutmaßlichen Mitglieder der Terrorgruppe Haftbefehl ergeht, war vorerst offen.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe machte am Morgen jedoch keine Angaben darüber, ob sie gegen alle der am Dienstag Festgenommenen Haftbefehl beantragen wird. Nach dem Gesetz dürfen Beschuldigte nur dann mehr als 24 Stunden festgehalten werden, wenn sie einem Richter vorgeführt wurden. Der muss nach einer Vernehmung entscheiden, ob er Haftbefehl erlässt und die Beschuldigten in Untersuchungshaft nimmt. Im Falle von Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft entscheidet der zuständige Ermittlungsrichter des BGH über den Erlass von Haftbefehlen.

Bereits am Dienstag hatte es geheißen, Yaser H. sei der Hauptverdächtige aus der Gruppe der elf. Zwei seiner Wohnungen in Essen waren durchsucht worden. Der 36-Jährige unterhält der Bundesanwaltschaft zufolge "vielfältige Beziehungen zu Kontaktleuten in ganz Deutschland". Die Verdächtigen sollen demnach von Deutschland aus Afghanistankämpfer logistisch unterstützt haben und in Kontakt mit dem El-Kaida-Netzwerk des Osama bin Laden stehen.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden könnten die elf Männer Terroranschläge in Deutschland vorbereitet haben. Sie seien überwiegend mit Passfälschung, Spendensammeln und der Schleusung von Kämpfern befasst gewesen. Nach Informationen der ARD hatten die Festgenommenen, die monatelang observiert wurden, auch Waffenkäufe getätigt. Einige von ihnen sollen selbst in Ausbildungslagern in Afghanistan gewesen sein.

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