Weitere Expansion ist geplant
Gehe: Nach der Einkaufstour überall vorn

Immer nur der Lieferant zu sein, war dem Pharmagroßhändler Gehe eines Tages nicht mehr genug. Inzwischen besitzt Gehe heute 1720 Apotheken mit 70 Millionen Kunden in sieben Ländern.

DÜSSELDORF. Über die französische OCP-Gruppe sind die Stuttgarter Nummer eins in Frankreich. In England erkämpfte sich Gehe mit dem Kauf von AAH die Spitzenposition. Über Italien, Tschechien, Belgien, Irland und Norwegen führte die Einkaufstour. Gleichzeitig erfolgte zwischen 1999 und 2001 die konsequente Trennung von Randaktivitäten in den Bereichen Versandhandel, Gesundheitsdienste und Arzneimittelherstellung.

Dass die Stuttgarter sich mit den europaweiten Übernahmen nicht verhoben haben, zeigt sich an den Rekordergebnissen des Vorjahres. Trotz der Sparwelle im Gesundheitswesen erreichte Gehe bei Umsatz und Gewinn mal wieder Rekordmarken: Der Umsatz stieg um ein gutes Zehntel auf 17 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern wuchs überproportional um 14,3 Prozent auf 292 Millionen Euro.

Gehes Übernahmehunger ist noch nicht gestillt. 2002 will die mit nur vier Milliarden Euro kapitalisierte Gesellschaft weitere 250 Apotheken kaufen. Die Kasse ist mit 462 Millionen Euro aus einer kürzlichen Kapitalerhöhung gut gefüllt.

Die Expansion im Einzelhandel ist strategisch sinnvoll, da hier die operativen Margen über denen der Großhandelssparte liegen. Der direkte Zugang zum Endkunden erlaubt auch eine deutlich bessere Verhandlungsposition des Gehe-Großhandels gegenüber der Pharmaindustrie. Die breite Flächenausbreitung gleicht zudem länderspezifische Schwankungen aus. Nur noch ein Viertel der Erträge stammt aus dem Inlandsgeschäft.

In den nächsten Jahren sollten die Umsätze weiter zweistellig wachsen. Mit einem KGV von 16 für 2002 und 14 für das kommende Jahr sind die Stuttgarter angesichts des äußerst erfolgreichen Geschäftsmodells und der anhaltenden Wachstumsdynamik keinesfalls überteuert. Charttechnisch befindet sich der Wert unterhalb der Widerstandslinie von 48 Euro und liegt knapp unter dem diesjährigen Jahreshoch. Ein Überschreiten dieser Marke würde ein klares Kaufsignal bedeuten.

Quelle: Wirtschaftswoche

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