Weitere Gesprächsbereitschaft signalisiert
Tarifverhandlungen im Bankgewerbe vorerst gescheitert

Die dritte Tarifrunde im deutschen Bankgewerbe ist am Donnerstag nach rund vierstündiger Verhandlungsdauer ergebnislos unterbrochen worden. Wie der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) im Anschluss an die Gespräche mitteilte, ist die Unterbrechnung auf Initiative der Arbeitgeberseite erfolgt.

vwd FRANKFURT. Dadurch solle der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eine Denkpause verschafft werden. Die Tarifauseinandersetzung solle nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, Deutsche-Bank-Vorstand Tessen von Heydebreck, signalisierte jedoch weitere Gesprächsbereitschaft. In den Verhandlungen habe sich in entscheidenden Punkten keine Annäherung gezeigt. Als Beispiel wurde die von den Arbeitgebern geforderte Flexibilisierung des Tarifvertrags genannt.

Die Arbeitgber hatten in der dritten Runde ein konkretes Angebot vorgelegt. Danach sollten die Beschäftigten des deutschen Bankgewerbes mit Wirkung zum 1. Juli 2002 3,1 % mehr Lohn erhalten. Die Gewerkschaft fordert hingegen 6,5 %, wobei sich dies in einer Lohnerhöhung und eine beschäftigungssichernde Komponente aufteilen soll.

Ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sagte hingegen im Gespräch mit vwd, dass die Gewerkschaft die Verhandlungen abgebrochen habe, nachdem die Arbeitgeber nicht in der Lage gewesen wären, ein Angebot zu unterbreiten und weiterhin auf ihren Forderung beharrt hätten. Die Arbeitgeber hatten erklärt, die Entgelte für Beschäftigte im Filialbereich deutlich senken zu wollen. In der heutigen Verhandlungsrunde sei den Banken empfohlen worden, nun "freiwillig ohne tarifvertragliche Bindung" die Kürzungen vorzunehmen, sagte der Sprecher. Die sei eine ungeheuerliche Provokation, die in dieser Form noch nie da gewesen sei.

Die große Tarifkommission der Gewerkschaft werde am Freitag über Urabstimmungen beraten. Diese könnten unmittelbar in der kommenden Woche eingeleitet werden.

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