Weitere Gesprächsrunde am heutigen Freitag
110 Polizisten bei Ausschreitungen in Belfast verletzt

Wenige Stunden vor der Fortsetzung der Nordirland-Krisengespräche ist es in der Provinz zu den schwersten Ausschreitungen seit einigen Jahren gekommen. Mindestens 110 Polizisten wurden am Donnerstagabend in der nordirischen Hauptstadt Belfast verletzt, 19 von ihnen mussten ins Krankenhaus, teilte die Polizei mit.

dpa BELFAST/LONDON. Ein Beamter wurde mit einer Spitzhacke zu Boden geschlagen. Zwei andere erlitten Brandverletzungen durch Molotow- Cocktails. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein und feuerten 40 Plastikgeschosse auf die überwiegend katholischen Demonstranten ab.

Die Polizei hatte protestantische Oranier schützen wollen, die von ihren traditionellen Märschen zum 12. Juli zurückkehrten. Etwa 200 pro-irische Katholiken versuchten jedoch, die Absperrungen zu durchbrechen, die die Marschroute der Oranier abschirmen sollten. "Wir wurden mit Farb- und Säurebomben und mit Molotow-Cocktails angegriffen", sagte Polizei-Inspektor Alan McQuillan. Die Menge riss sogar Bäume aus und ging damit gegen die Polizei vor. "Es war geplante Gewalt", sagte der Beamte.

Mindestens zwei Autos und ein Lieferwagen brannten aus. Nach Angaben von katholischer Seite wurden dabei mehrere Menschen verletzt. Die katholisch-republikanische Partei Sinn Fein warf der Polizei vor, sie habe überreagiert.

In der Nähe der englischen Stadt Birmingham soll am Freitag ein neuer Versuch gemacht werden, den Nordirland-Friedensprozess aus der Sackgasse zu führen. Unter Leitung des britischen Premierministers Tony Blair und seines irischen Amtskollegen Bertie Ahern wollen die Konfliktparteien zu Verhandlungen zusammenkommen. Die Gesprächsrunde ist nach Angaben der Londoner Regierung "die letzte Chance", den Friedensprozess zu retten.

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