Weitere harte Sanierungsschritte
W&W baut nach erneutem Verlust 580 Stellen ab

Der Versicherungs- und Bauspar-Konzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) wird auch 2002 wieder tiefrote Zahlen schreiben. Der Abbbau von 580 Stellen soll nun die Wende bringen.

Reuters STUTTGART. Die Flut, Hagel- und Unwetterschäden, die Verluste an den Kapitalmärkten sowie weitere Abschreibungen auf Beteiligungen hätten die Pläne durchkreuzt, in diesem Jahr im Konzern einen Gewinn von 87 Mill. ? zu erzielen, sagte Vorstandschef Gert Haller am Mittwoch in Stuttgart. Stattdessen werde wie schon 2001 ein Verlust von rund 66 Mill. ? anfallen. "Eine Rückkehr in die Gewinnzone erfordert weitere harte Sanierungsschritte", teilte der fusionierte Konzern mit. In der Sach- und Lebensversicherungssparte sollen bis 2005 rund 580 Stellen gestrichen werden, 260 davon schon im nächsten Jahr.

Vor Steuern werde der W&W-Konzern 2002 voraussichtlich fünf (2001: minus 19) Mill. ? Gewinn ausweisen, sagte Haller. Nach Steuern werde sich aber ein Verlust in der Größenordnung des Vorjahres ergeben. In der AG werde der Fehlbetrag sogar bei 90 (minus 162) Mill. ? liegen. Allein die Beteiligungen an der Württembergischen und Badischen Versicherung (Wüba) und an der Rotterdamer Erasmus-Gruppe kosteten 85 Mill. ? an übernommenen Verlusten und Sonderabschreibungen, obwohl W&W 2001 geglaubt hatte, die Werte der Tochterfirmen bereits ausreichend nach unten korrigiert zu haben. Die Bereinigungsprobleme in der Versicherungs-Sparte seien tiefer und hartnäckiger als noch vor einem Jahr erkennbar, räumte Haller ein. Mit den neuerlichen Abschreibungen seien nun alle absehbaren Risiken berücksichtigt.

Zudem sei das Kapitalanlage-Ergebnis um 170 Mill. ? schlechter als 2001 ausgefallen. Flut und Sturm hätten bei der Württembergischen zu einer Schadenssumme von 106 Mill. ? geführt, fünf Mal so viel wie 2001.

Durch den Stellenabbau und eine Verbesserung der Schaden-Situation bei der Württembergischen soll die Sachversicherungs- Sparte nach den Vorstellungen Hallers bis 2005 wieder ein positives versicherungstechnisches Ergebnis schreiben. Das Restrukturierungsprogramm solle bis dahin seinen vollen Ergebniseffekt von 80 Mill. ? jährlich zeigen. Die Württembergische Leben, die 2002 unter dem Rückgang des Geschäfts mit fondsgebundenen Policen und dem schleppenden Riester-Geschäft gelitten habe, werde im Neugeschäft ein Minus von 11,5 % verbuchen. Die Netto-Überschussbeteiligung werde 2003 auf 4,8 von 6,3 % gesenkt.

Die Wüba hatte bereits im Oktober den Abbau von 190 der fast 500 Stellen bis 2004 angekündigt. Die Einsparungen sollen rund 50 Mill. ? im Jahr bringen. Auch bei der niederländischen Erasmus-Gruppe sind Stellenstreichungen geplant.

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