Weitere Interventionen Japans erwartet
Dollar notiert fester

Händlern zufolge hatte die japanische Notenbank bereits am Dienstag mit Dollar-Käufen versucht, den Anstieg des Yen zu stoppen. Weitere Interventionen seien nicht ausgeschlossen, hieß es. Der Euro verlor zum Dollar etwas an Wert, nachdem Bundesbankpräsident Ernst Welteke die Möglichkeit einer Leitzinssenkung in der Euro-Zone angesprochen hatte.

Reuters FRANKFURT. Der jüngste Anstieg des Euro war Experten zufolge vor allem eine Folge der im Vergleich zu den USA höheren Leitzinsen in der Euro-Zone, die für höhere Renditen im Euro-Währungsgebiet sorgen. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro am Mittwoch mit 1,1485 (Dienstag 1,1511) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,1499 (1,1518) Dollar.

"Weltekes Kommentare haben eine Anpassung des Euro-Kurses ausgelöst", sagte Devisenmanager Ken Fuji von der Mitsubishi Trust and Banking Corp. Am Nachmittag notierte der Euro mit Kursen um 1,1487/97 Dollar, nach 1,1531/37 Dollar am Vorabend in New York. Am Montag hatte die Gemeinschaftswährung noch ein neues Vier-Jahres-Hoch von 1,1623 Dollar erreicht. "Wenn sich Ölpreise und Einfuhrpreise als dauerhaft niedrig erweisen, könnte es Spielraum für niedrigere Zinsen geben", hatte Welteke gesagt, der auch dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) angehört und damit über die Leitzinsen in der Euro-Zone mitentscheidet. Der Zentralbanker hatte allerdings eingeschränkt, dass dauerhaft niedrige Öl- und Einfuhrpreise im Augenblick noch nicht ausgemacht seien.

Bank of Japan will Jen-Anstieg verhindern

Experten gehen davon aus, dass die japanische Regierung und die Bank of Japan darauf zielen, einen weiteren Anstieg des Yen zu verhindern. Damit solle die Gefahr einer weiteren Verteuerung der japanischen Exporte gebannt werden. Die Exportwirtschaft ist in Japan derzeit einer der wenigen Lichtblicke in einem ansonsten eingetrübten wirtschaftlichen Umfeld. Ein Dollar kostete um 116,55/60 Yen nach 116,58/66 Yen in New York.

Die japanische Notenbank hatte eine Devisenmarkt-Intervention am Dienstag nicht bestätigt. Allerdings hatten Händler in Tokio davon berichtet, dass sie Dollar-Käufe der japanischen Zentralbank beobachtet hätten. Marktteilnehmer rechnen mit weiteren Eingriffen der japanischen Zentralbank, die in der Regel auf Geheiß des Finanzministeriums in Tokio interveniert.

Euro nach US-Daten wieder über 1,15 Dollar

Nach Bekanntgabe neuer US-Konjunkturdaten am Nachmittag legte der Euro ein wenig zu. Die Gemeinschaftswährung kletterte zwischenzeitlich wieder über die Marke von 1,15 Dollar, konnte sich dort aber nicht halten. Die Umsätze im US-Einzelhandel sanken im April überraschend um 0,1 Prozent zum Vormonat nach plus 2,3 Prozent im März. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einer Zunahme um 0,4 Prozent gerechnet.

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