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Weitere Iraner zünden sich aus Protest an

Aus Protest gegen die Festnahme von Exil-Iranern in Paris haben sich am Donnerstag vor der französischen Botschaft in Rom zwei Iraner selbst angezündet. Auch in Bern steckte sich ein iranischer Demonstrant in Brand.

Reuters ROM. Feuerwehr und Polizei löschten die Flammen. Demonstranten in Rom sagten, die beiden Männer seien Anhänger der Volksmudschahedin, der militärische Flügel des oppositionellen Nationalen Widerstandsrates Irans (NCRI). Deren Büros waren in dieser Woche in Paris bei einer Razzia durchsucht worden, wobei rund 160 Menschen festgenommen wurden. Ein Großteil war aber wieder freigelassen worden. Die italienische Polizei umringte die Protestanten und führte sie ab.

Eine aufgebrachte Protestantin sagte nach dem Vorfall Reuters TV: "Die französische Regierung hat eine Verantwortung, ihnen (den Festgenommenen) den Aufenthalt als Flüchtlinge zu gewähren, sie kann sie nicht einfach so festnehmen." Die Exil-Iraner seien seit mehr als 20 Jahre da gewesen und niemand habe sie zuvor als Terroristen bezeichnet, fügte sie hinzu.

Zuvor war es bereits in Paris und London in Reaktion auf die Festnahmen in der französischen Hauptstadt zu ähnlichen Selbstverstümmelungen und Demonstrationen gekommen. Die Schweizer Polizei hatte am Mittwoch noch einen ähnlichen Protest verhindern können. Am Donnerstag dann versammelten sich nach Polizeiangaben im Zentrum von Bern rund 20 Demonstranten, von denen sich ein Mann angezündet hat. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die französischen Behörden hatten ihre Aktion mit dem Verdacht begründet, die Volksmudschahedin könnte Anschläge auf iranische Botschaften in Europa vorbereitet haben. Die NCRI setzt sich für die Abschaffung des iranischen Religionsstaats ein. Ihre Volksmudschahedin werden von der Europäischen Union (EU) und den USA als Terrorgruppe eingestuft. Sie hatten seit den 80er Jahren unter der Herrschaft von Iraks gestürztem Präsidenten Saddam Hussein vom Irak aus operiert und wurden nach dem Irak-Krieg von US-Truppen entwaffnet.

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