Weitere Klagen
Zahl der Lipobay-Vergleiche weiter gestiegen

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat weitere Vergleiche im Zusammenhang mit dem zurückgerufenen Cholesterinsenker Lipobay geschlossen. Die Zahl der Klagen stieg jedoch an.

Reuters LEVERKUSEN. Die Zahl der Vergleiche habe sich im Juni auf 888 erhöht, teilte Bayer am Dienstag mit. Insgesamt gebe es inzwischen 9 400 Lipobay-Klagen. Zuletzt hatte Bayer noch die Zahl der Klagen im Zusammenhang mit Lipobay mit 8800 und die Zahl der außergerichtlich geschlossenen Vergleiche mit 785 angegeben. Im Mai hatte der Konzern bereits mitgeteilt, nun schneller mit den Vergleichen voranzukommen, nachdem Bayer in den USA bislang in zwei Verfahren von jeglicher Haftung freigesprochen worden war.

"Wir sehen den Fortschritt in der Sache, dass der Konzern die Zahl der außergerichtlichen Vergleiche weiter erhöhen konnte", sagte Silke Stegemann, Analystin bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Die absolute Zahl sei zwar weiter gestiegen. Die besonders schweren Fälle seien aber wohl bereits in der vorher genannten Zahl von 8 800 enthalten gewesen. "Die Zahl der Vergleiche ist nicht überraschend", sagte auch Andreas Theisen von der WestLB Panmure. Das Unternehmen sei bei den Vergleichen inzwischen auf halber Strecke bei den geschätzten 1600 ernsthaften Fällen angelangt. Etwas überraschend sei der Zuwachs der anhängigen Fälle, dies sei aber noch nicht wirklich ein Grund zur Sorge. Er werde die Entwicklung in den USA hinsichtlich der Zulassung einer Sammelklage genau verfolgen, sagte der Analyst weiter. "Wir rechnen damit, etwas zur Sammelklage in den nächsten paar Wochen zu hören und dies ist klar das wichtigere Ereignis."

In Minneapolis läuft derzeit ein Zulassungsverfahren für eine Lipobay-Sammelklage. Analysten messen diesem hinsichtlich der Abschätzung der Lipobay-Risiken für Bayer große Bedeutung bei.

Die Höhe der Aufwendungen für die außergerichtlichen Vergleiche bezifferten die Leverkusener am Dienstag nicht. Bei einer Zahl von 785 außergerichtlichen Vergleichen hatte Finanzchef Klaus Kühn die Summe der dafür geleisteten Aufwendungen noch mit 240 Millionen Dollar angegeben. Bayer hatte den Cholesterinsenker Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil das Medikament im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können. Insgesamt wurden rund 100 Todesfälle mit dem Cholesterinsenker in Verbindung gebracht.

Die Bayer-Aktie lag am Dienstagnachmittag mit 1,68 Prozent im Plus bei 18,74 Euro.

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