Weitere Konsolidierungen in der Finanzbranche
Deutsche Bank sucht Partner im Privatkundengeschäft

Die Deutsche Bank ist in den Geschäftsfeldern Privatkunden und Vermögensverwaltung auf Partnersuche. Mittelfristig sei es notwendig, die Kundenzahl der Deutschen Bank von derzeit rund elf Mill. deutlich zu erhöhen, sagte Vorstandssprecher Rolf Breuer am Donnerstag auf der Hauptversammlung der Bank in Frankfurt.

rtr FRANKFURT. Für den Ausbau von Privatkundengeschäft und Vermögensverwaltung halte das Geldhaus in Europa und Amerika nach Partnern oder Übernahmezielen Ausschau. Im Investmentbanking sieht der Deutsche-Bank-Chef dagegen derzeit keine Notwendigkeit für weitere Akquisitionen. Ihre Anteile an Industrieunternehmen wolle die Bank so zügig wie möglich reduzieren.

Die Deutsche Bank werde aber keine Partnerschaft um jeden Preis eingehen, sagte der Vorstandssprecher weiter. "Wir haben in der Vergangenheit...bewiesen, dass wir nur dann Akquisitionen eingehen, wenn diese in unsere Strategie passen und...langfristig Wert schaffen", sagte Breuer.

Analysten sehen die Deutsche Bank wegen des geplanten Zusammenschlusses von Allianz und Dresdner Bank zunehmend unter Druck, ebenfalls gemeinsam mit einer Versicherung als Partner ihre Aktivitäten im Allfinanzbereich zu stärken. Die Deutsche Bank hatte selbst lange mit der Allianz über eine Vertriebskooperation verhandelt. Nach der angekündigten Übernahme der Dresdner Bank durch den Versicherer waren die Gespräche beendet worden. Als möglicher Partner für die Deutsche Bank wird am Markt seither der französische Versicherungskonzern Axa genannt, ohne dass sich diese Möglichkeit jedoch bisher konkretisiert hat.

Breuer selbst hatte mehrfach betont, dass es viele Interessenten für eine Partnerschaft mit der Filialtochter Deutsche Bank 24 oder der Versicherungstochter Deutscher Herold gebe. Doch sei der gebotene Gegenwert, den die Deutsche Bank vor allem in einem großen Kundenstamm sehe, bislang zu gering gewesen. "Auch Andocken an die Deutsche Bank 24 bleibt eine Option, wenn sie einen entsprechenden Beitrag zur Weiterentwicklung leistet", sagte Breuer am Donnerstag. Insgesamt werde sich die Finanzbranche weiter konsolidieren, sagte der Deutsche Bank-Chef. Dies müsse aber nicht zwingend auf Übernahmen oder Zusammenschlüsse hinauslaufen. Auch Kooperationen seien möglich.

Die Bank wolle ihre Industriebeteiligungen nach und nach, aber so schnell wie möglich reduzieren, sagte Breuer auf der Hauptversammlung weiter. "Die bedeutet kein Verkaufen um jeden Preis", sagte Breuer. Da die Bank möglichst hohe Kursgewinne realisieren wolle, müssten die Bedingungen am Kapitalmarkt und die wirtschaftliche Situation der betreffenden Unternehmen berücksichtigt werden. Die Deutsche Bank hält unter anderem eine Beteiligung von zwölf Prozent am Automobilkonzern DaimlerChrysler.

Im Online-Vertrieb habe das Geldhaus im April die Plattform "maxblue" erfolgreich gestartet. In den ersten sechs Wochen seien 50 000 neue Kunden gewonnen worden. Diese seien zum Teil jedoch vorher schon Online-Kunden bei der Deutschen Bank 24 gewesen.

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