Weitere Korrektur der Geschäftszahlen möglich
Marconi nach Kursverfall für Übernahmen anfällig

Der britische Telekomausrüster Marconi ist den Worten des Konzernchefs zufolge nach dem Kursverfall der Aktie in der vergangenen Woche für mögliche Übernahmen anfällig geworden.

Reuters LONDON. "Ich weiß, dass wir beim derzeitigen Aktienkurs anfällig sind", sagte Konzernchef George Simpson der "Sunday Business". Gegenwärtig gebe es allerdings keine Gespräche mit Konkurrenten, fügte er hinzu. Simpson räumte ein, dass sich Marconi nach dem Kurssturz in Folge der Gewinnwarnung vom Mittwoch zu einem Übernahmeziel entwickelt habe.

Am vergangenen Donnerstag rutschte das Hochtechnologiepapier an der Londoner Börse um 54,1 % auf 112-1/2 Pence. Am Freitag schloss die Marconi-Aktie an der erneut mit Verlusten von über sieben Prozent bei 104 Pence.

Marconi hatte am Mittwochabend überraschend eine Gewinnwarnung ausgegeben und den Abbau von mehreren Tausend Arbeitsplätzen angekündigt. Die Ankündigung hatte den Börsenwert des britischen Telekom-Ausrüsters am Donnerstag halbiert und dem bereits schwächelnden Technologiesektor europaweit einen weiteren Dämpfer versetzt. Auf Grund einer deutlichen Konjunkturabkühlung in Europa erwartet Marconi im Vergleich zum Vorjahr nunmehr einen um die Hälfte geringeren Betriebsgewinn im ersten Halbjahr. Der Umsatz werde um 15 % unter dem des Vorjahres liegen. Rund 4 000 weitere Mitarbeiter sollen zur Kostensenkung das Unternehmen verlassen, nachdem Marconi bereits vor drei Monaten den Abbau von 3 000 Arbeitsplätzen angekündigt hatte.

Weitere Korrektur der Geschäftszahlen möglich

Analysten waren geteilter Meinung, ob ein Konkurrent wie Cisco Systems oder Alcatel ansgesichts der schlechten Entwicklung des Hochtechnologiesektors in der Lage sei, überhaupt eine Offerte abzugeben. Dem "Sunday Telegraph" sagte Simpson, dass er am Montag Marconi-Aktien im Wert von mindestens 100 000 Pfund Sterling (325 000 DM) zurückkaufen wolle, um sein Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens zu demonstrieren. Außerdem fügte er hinzu, weiterhin bestehe die Möglichkeit, dass Marconi die Geschäftszahlen noch einmal nach unten revidieren müsse.

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