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Weitere Korrektur?

Können sich Börsianer wieder in Sicherheit wiegen? Wahrscheinlich noch nicht ganz. Die kräftige Rally am vergangenen Freitag war zu schnell und zu stark.

Auch wenn die Korrektur in den letzten Zügen liegt, könnte der Dow Jones Index dennoch bis auf 9.800 bis 10.000 Punkten und der Nasdaq bis auf 2.800 bis 2.900 Punkten zurückfallen. Marktteilnehmer sollten wohlgemerkt versuchen über den kurzfristigen Tellerrand hinweg zu schauen. Schwärzer als schwarz gibt es nicht und der Nasdaq Index hat seit dem Top bis Donnerstag vergangener Woche mittlerweile fast 40 Prozent verloren. Börsianer mussten die größte Korrektur seit 1974 hinnehmen. Auch das Verhältnis von Verkauf- zu Kaufoption deutet auf ein baldiges Ende der Kursverluste. Derzeit liegt das Verhältnis von Verkauf- zu Kaufoption bei beachtlichen 70 Prozent und ist somit das höchste Maß an Pessimismus seit der Asienkrise im Jahr 1998.



Die Märkte bewegen könnte heute die Fusion der Ölkonzerne Chevron und Texaco. Auch die zahlreichen Quartalszahlen sollten dem Markt Impulse geben. An diesem Montag melden folgende Unternehmen Ergebnisse: Altera 28 Cents, Coca Cola 26 Cents, Merrill Lynch 85 Cents, Microsoft 41 Cents, Bank of America 1,30 Dollar, Novellus Systems 61 Cents. Bis einschließlich Freitag dem 13. haben 71 Unternehmen des S&P 500 Indexes Quartalszahlen vorgelegt. Davon konnten 42 oder 59,2 Prozent die Schätzungen der Analysten schlagen.



Seit Jahren kursieren Gerüchte einer Chevron und Texaco-Fusion, an diesem Montag wird sie endlich gemeldet. Für 45,4 Milliarden Dollar inklusive Verbindlichkeiten übernimmt Chevron den Konkurrenten. Gemessen an den Schlusskursen vom Freitag übernimmt Chevron für 64,87 Dollar seinen Konkurrenten Texaco. Pro Texaco-Aktie werden Investoren mit jeweils 0,77 Chevron-Aktien abgefunden. Die Übernahmeprämie beläuft sich damit auf "nur" 18 Prozent. Die Analystenwelt scheint den Deal jedoch zu begrüßen. "Sowohl aus strategischen als auch finanziellen Gesichtspunkten dürfte sich die Fusion bezahlt machen", meint Arjun Murti von der Investment Bank Goldman Sachs.



Freundlich sollten im US-Handel die Aktien der Deutsche Telekom eröffnen. Das Brokerhaus Lehman Brothers stuft den Wert als überdurchschnittlichen Marktperformer ein. Es besteht ein großes Interesse, den Aktienkurs oberhalb der 33 Euro-Marke zu halten. Fällt der Kurs unter das Niveau, könnte VoiceStream eine Neuverhandlung des Übernahmepreises fordern.



Im Telekom-Bereich stehen zum Wochenauftakt auch Ericsson und Nokia auf den Empfehlungslisten. Die Analysten der Credit Suisse raten bei beiden Werten zum Kauf. Sowohl Ericsson als auch Nokia werden am Donnerstag Ergebnisse melden. Bei Ericsson könnten die Verkaufszahlen für Mobilfunktelefone zwar enttäuschen, das Geschäft mit Mobilfunk-Infrastruktur sollte die Schwäche jedoch ausgleichen. Nokia sollte Credit Suisse zufolge auf Kosten von Motorola und Ericsson die Marktanteile im Bereich Mobilfunktelefone weiter ausbauen können und ebenfalls zufriedenstellende Zahlen melden.



Gedämpft optimistisch äußert sich heute morgen die Credit Suisse zu Intel. Der Wert wird im Vorfeld der morgigen Quartalszahlen zwar mit "aggressiv kaufen" empfohlen, es gibt jedoch einige Punkte, die derzeit noch für Unsicherheit sorgen. Konkurrent Advanced Micro Devices hat im Markt für 1GHz Chips einen Preiskrieg begonnen, während Intel noch mit Problemen auf Grund überschüssiger Lagerbeständen kämpft. Intel habe zwar weiterhin die Kraft wieder das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Man will jedoch abwarten, was das Management im Zuge der Ergebnisse für Kommentare dazu abgeben wird. Die Analysten senken die Erwartungen für 2001 um 20 Cents auf 1,55 Dollar pro Aktie.

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