Weitere leichte Zuwächse angepeilt
Mitsubishi ändert Verkaufsstrategie in Nordamerika

Wegen des anhaltend niedrigen Dollarkurses und des verschärften Wettbewerbs auf dem US-Markt erwartet der japanische Autobauer Mitsubishi Motors für das laufende Geschäftsjahr nur ein leichtes Gewinnwachstum.

Reuters TOKIO. Die Nummer vier unter Japans Autoherstellern rechnet nach Angaben vom Montag in dem am 31. März 2004 zu Ende gehenden Geschäftsjahr mit einem Anstieg des operativen Gewinns um 8,7 % auf 90 Mrd. Yen (rund 650 Mill. ?). Mehr hatten auch Analysten nicht erwartet. "Wir haben erneut ein herausforderndes Geschäftsjahr vor uns", sagte der deutsche Konzernchef Rolf Eckrodt. Er kündigte eine Neuausrichtung des Vertriebs in den USA an: "Statt auf Volumen setzen wir auf die Qualität unseres Geschäfts", sagte er. Der Absatz von Mitsubishi in den USA war in den vergangenen drei Monaten jeweils um mehr als 20 % eingebrochen.

Die USA waren seit langem der wichtigste Ertragsbringer von Mitsubishi, die Fahrzeuge vor allem bei jungen Käufern beliebt. Zuletzt habe der Konzern aber unter zunehmenden Kreditausfällen in der Klientel gelitten, räumte Eckrodt ein. 2002/03 habe sich der Verlust daraus auf 36 Mrd. Yen summiert. Die Führung der Finanzierungs-Tochter sei ausgetauscht worden, künftig werde man sich auf eine zahlungskräftigere Kundschaft konzentrieren. Der Einstieg in den kanadischen und mexikanischen Markt soll die Verkaufszahlen an die Endkunden in der Region Nordamerika auf 370 000 von 347 000 heben. An die Händler würden 2003/04 wegen der vollen Läger voraussichtlich 30 000 Autos weniger verkauft.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Mitsubishi Motors seinen operativen Gewinn auf 83 Mrd. Yen mehr als verdoppelt, der Nettogewinn verdreifachte sich auf 37 Mrd. Yen. Der Umsatz stieg 2002/03 um 21 % auf 3,88 Billionen Yen; zwei Drittel der Steigerung resultierten allerdings aus einer verlängerten Abrechnungsperiode der Auslandstöchter. Die Zahlen zeigten, dass die Sanierung von Mitsubishi wie geplant verlaufe, kommentierte ein Sprecher von DaimlerChrysler. Die Stuttgarter sind mit 37 % größter Anteilseigner von Mitsubishi Motors und stellen mit Eckrodt auch den Vorstandschef.

Auch für das neue Geschäftsjahr zeigte sich der Großaktionär zuversichtlich: "Wir rechnen damit, dass Mitsubishi Motors trotz des harten Umfelds auf den Haupt-Märkten seine Ziele für 2003/04 erreicht", sagte der Sprecher. DaimlerChrysler hat von Oktober 2003 an die Option, seine Beteiligung weiter aufzustocken, hat dies jedoch unter die Voraussetzung gestellt, dass Mitsubishi die Ertragskraft kräftig steigert und die Schuldenlast abbaut.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Mitsubishi nach der im Januar vollzogenen Ausgliederung der Lkw-Sparte Fuso mit 2,9 Billionen Yen Umsatz. Um Sondereffekte bereinigt sollen Umsatz und Gewinn stabil bleiben. An Fuso hatte DaimlerChrysler sich mit 43 % beteiligt.

Angesichts des schwierigen US-Marktes setzt Mitsubishi mehr auf den heimischen Markt. In Japan soll der Endkunden-Absatz im laufenden Geschäftsjahr um 66 000 Einheiten steigen. Mit einem Rückgang um 50 000 Stück sei im vergangenen Jahr ein "trauriger Tiefpunkt" erreicht worden, sagte Eckrodt. Die Gewinnschwelle werde Mitsubishi in Japan frühestens in zwei Jahren erreichen. Auf seinem heimischen Markt leidet Mitsubishi seit Jahren unter einem Mangel an neuen Modellen und einem schlechten Markenimage. Weltweit prognostiziert Mitsubishi einen Absatzrückgang um 17 % auf 1,63 Millionen. In Europa werde Mitsubishi in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben, bekräftigte Eckrodt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%