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Weitere mutmaßliche Trittbrettfahrer in Deutschland gefasst

In Deutschland sind weitere mutmaßliche Trittbrettfahrer der Anschlagsserie in den USA festgenommen worden, die Briefe mit vermeintlichen Milzbrand-Erregern verfasst haben sollen. Wegen verdächtiger Sendungen wurde nach Auskunft der Deutschen Post AG auch am Donnerstag wieder mehrfach Alarm ausgelöst.

dpa BERLIN. Obwohl sich die Sorge vor Milzbrand-Erregern bislang in keinem einzigen Fall als begründet herausstellte, blieben die Behörden vorsichtig. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) drohte allen Trittbrettfahrern erneut mit einer harten Bestrafung.

Im sächsischen Görlitz wurden am Donnerstag zwei 15 und 16 Jahre alte Jugendliche gefasst, die laut Polizei einen Brief mit der Aufschrift "Milzbrand" in einen Vorgarten gelegt hatten. In Berlin stellte sich ein 24-jähriger Student von sich aus den Behörden - angeblich wollte er sich mit einem Freund einen Scherz erlauben. In Kassel wurde ein 35 Jahre alter Mann in Untersuchungshaft genommen, der nach Polizeiangaben ebenfalls von einem "blöden Scherz" sprach.

Innenminister Schily warnte alle potenziellen Nachahmer. "Da lässt der Staat nicht mit sich spaßen", sagte der SPD-Politiker in Berlin. Bei einer Verurteilung drohen Trittbrettfahrern bis zu drei Jahre Haft. Außerdem müssen sie für die Kosten des Einsatzes von Polizei und Feuerwehr aufkommen.

Ein Brief mit einer Plastiktüte, die weißes Pulver enthielt, sorgte im Bundesumweltministerium in Berlin für Aufregung. Die Postverteilerstelle wurde vorübergehend geschlossen, der Brief zur Untersuchung ins Labor gebracht. "Wir nehmen den Vorfall ernst", sagte Ministeriumssprecher Michael Schroeren. Auch im US-Konsulat in Berlin ging ein Schreiben mit weißem Pulver ein.

Welche Poststellen von dem Alarm betroffen waren, wollte eine Unternehmenssprecherin in Bonn nicht sagen. Nach ihren Angaben könnte es bundesweit aber bei etwa 1,2 Mill. Briefen zu Verzögerungen kommen. Zugleich erinnerte sie daran, dass die Post Schadensersatz verlangt, wenn die Absender der verdächtigen Briefe ermittelt werden können. In mehreren Fällen sei dies bereits gelungen. Den bislang entstandenen Schaden beziffert die Post auf mehr als 300 000 Mark.

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