Weitere Regionalzentren in Berlin, Hamburg und Nürnberg geplant.
Liberty entscheidet sich für Hauptsitz in München

Nach dem großangelegten Kauf von sechs Kabelnetzregionen im September, plant der US-Medienkonzern mindestens 10 000 Stellen in Deutschland zu schaffen. Dazu will sich Liberty in München ansiedeln. Malone plant Einstieg beim Bezahlfernsehen Premiere Kommentar: Malone testet die Grenzen

dpa MÜNCHEN/BERLIN. Der US-amerikanische Kabelnetzbetreiber Liberty will seine Fernsehaktivitäten in Deutschland von München aus steuern. Bei der Standortwahl habe auch die Nähe zu den Fernsehsendern in der bayerischen Landeshauptstadt eine Rolle gespielt, sagte Liberty-Chef John Malone am Freitag nach einem Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) in Berlin. Mit der Unternehmensgruppe des Münchner Medienmoguls Leo Kirch hat es nach Angaben von Liberty Media in dieser Woche bereits Gespräche gegeben.

Dabei sei es vor allem um eine mögliche Zusammenarbeit beim dem verlustreichen Pay-TV-Sender «Premiere World» gegangen. Nach Informationen aus Branchenkreisen will Liberty den Anteil von Rupert Murdochs News Corp. an Premiere übernehmen. Der US-Konzern Liberty will nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren das Breitbandgeschäft in Deutschland großflächig aufbauen und digitales Fernsehen, High-Speed-Internet sowie Telefonie anbieten. Insgesamt will Liberty nach früheren Angaben jährlich rund 500 Mill. bis eine Milliarde Euro investieren, um die digitale Nutzung der Kabelnetze voranzutreiben. «Diese Investitionen werden den Technologiestandort Deutschland stärken», sagte Stoiber. Liberty Media hatte Anfang September für 5,5 Mrd. ? (knapp 10,8 Mrd. DM) in bar, Aktien und Anleihen von sechs Kabelnetzregionen der Deutschen Telekom gekauft.

Liberty hatte bereits vor vier Wochen angekündigt, innerhalb der nächsten fünf Jahre 10 000 neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen zu wollen. In der Konzernzentrale wird davon nach früheren Angaben nur ein kleiner Teil arbeiten. Neben der Zentrale in München sind nach Angaben von Liberty drei weitere Regionalzentren in Berlin, Hamburg und Nürnberg geplant. Die Zentren für Netzwerke (IT) und Produktentwicklung sollen in Berlin entstehen. Um die Ansiedelung der Deutschlandzentrale von Liberty hatten sich mehrere deutsche Städte beworben. Zuletzt war neben München noch Berlin im Rennen.

Die Ansiedelung von Liberty in München wird den Medienstandort Bayern nach Einschätzung von Stoiber weiter stärken. «Wir haben die große Chance für neue Arbeitsplätze und zusätzliche Medieninvestitionen in München und in ganz Bayern.»

Liberty hatte der Deutschen Telekom sechs der neun Kabelnetze für 5,5 Mrd. ? (10,7 Mrd. DM) abgekauft. Sofern das Kartellamt der Transaktion zustimmt, wird Liberty künftig mit Ausnahme von Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen - hier ist die US- Gruppe Callahan aktiv - die Kabelnetze in allen deutschen Bundesländern betreiben. Zum Start Ende kommenden Jahres will Liberty allen seiner 10 Millionen Kabelhaushalte Empfangsgeräte für das digitale Fernsehen schenken.

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