Weitere Sammelklagen gegen DaimlerChrysler in den USA
Daimler-Chrysler schließt zeitweise US-Fabriken

Gegen Daimler-Chrysler sind in den USA weitere Sammelklagen enttäuscher Chrysler-Aktionäre eingereicht worden. Die Anwaltskanzlei Wechsler Harwood Halebian and Feffer erklärte am Freitag in New York, in der Klage werde Konzern-Chef Jürgen Schrempp vorgeworfen, er habe 1998 "falsche Erklärungen" zum Ziel der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler abgegeben.

afp NEW YORK. Mit der Zusicherung eines Zusammenschlusses "unter Gleichen" habe Schrempp die Chrysler-Aktionäre bewusst in die Irre geführt. Zwei weitere Anwaltskanzleien reichten ännliche Klagen ein. Daimler-Chrysler erklärte unterdessen, das Unternehmen werde in Nordamerika mehrere Fabriken im Dezember schließen. Grund sei ein fünfprozentiger Absatzeinbruch auf dem US-Markt im November.

Am Montag hatte als erster Chrysler-Aktionär der US-Großaktionär Kirk Kerkorian eine Klage angestrengt, in der er Schadenersatz in Höhe von neun Milliarden Dollar (rund 20 Milliarden Mark) verlangt. Die Anwaltskanzlei Marc S. Henzel erklärte am Freitag, sie habe im US-Bundesstaat Delaware eine Sammelklage eingereicht, in der Schrempp und die ehemalige Daimler-Benz-Führungsspitze des "konzertierten Betruges" beschuldigt würden. Die Kanzlei Cohen, Milstein, Hausfeld and Toll hinterlegte ihre Klage bei einem Gericht im US-Bundesstaat Michigan. In der Begründung hieß es, Daimler-Benz habe von Anfang an die Absicht gehabt, Chrysler zu einer bloßen Sparte des Konzerns zu machen und die Chrysler-Führung durch Manager aus der Stuttgarter Zentrale zu ersetzen.

Der neue deutsche Chrysler-Chef Dieter Zetsche erklärte zu den Produktionseinschränkungen in den USA und Kanada, eine Kombination aus sinkender Nachfrage auf dem US-Markt und hoher Lagerbestände habe "sofortiges Handeln" verlangt. Von seinen 12 Montage-Werken in Nordamerika sollen in der kommenden Woche zunächst zwei pausieren, in der folgenden Woche dann eines, und vor Weihnachten werde nur in sieben Fabriken gearbeitet werden. Im November hatte DaimlerChrysler nach eigenen Angaben in den USA mit 184.065 Fahrzeugen einen Absatzrückgang von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet.

Der US-Konzernteil Chrysler schreibt wegen der Absatzschwäche derzeit rote Zahlen und muss nach Einschätzung von Analysten auch im nächsten Jahr mit hohen Verlusten rechnen. Angesichts der Probleme hatte der Konzernaufsichtsrat vor einer Woche Zetsche zum neuen Chef der US-Tochter bestimmt. Ungeachtet der Negativbotschaften aus den USA stand die DaimlerChrysler-Aktie nach deutlichen Kursverlusten der vergangenen Tage am Freitagabend mit vier Prozent im Plus. Gegen 19.00 Uhr wurde sie in Frankfurt mit 45,84 Euro (89,66 Mark) notiert.

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