Weitere Steigerung der Beiträge nicht notwendig
IG BAU-Kampagne kritisiert Riester-Pläne zur Rente

Mit einer breit angelegten Kampagne will die IG Bauen - Agrar-Umwelt (IG BAU) in den nächsten Wochen ihr Konzept eines "universellen Systems der gesetzlichen Alterssicherung" vorstellen.

vwd FRANKFURT. Mit einer breit angelegten Kampagne will die IG Bauen - Agrar-Umwelt (IG BAU) in den nächsten Wochen ihr Konzept eines "universellen Systems der gesetzlichen Alterssicherung" vorstellen. Wie der Vorsitzende der IG BAU, Klaus Wiesehügel, am Donnerstag in Frankfurt sagte, werde das Rententhema in den kommenden Wochen und Monaten einen zentralen Stellenwert einnehmen.

Angesichts des Widerstandes, der sich gegen die Pläne von Bundesarbeitsminister Walter Riester zu entwickeln beginne, erwartet Wiesehügel nun eine breite Diskussion in der Gesellschaft, wie das System der gesetzlichen Alterssicherung vor dem privatwirtschaftlichen Abriss bewahrt werden kann. Dabei sei er keineswegs gegen eine private Vorsorge von jungen Leuten für das Alter. Sie dürfe aber nicht obligatorisch sein, sagte der IG BAU-Vorsitzende. "Die IG BAU will nicht ein gewaltiges Aufbauprogramm für Versicherungen und Banken", so Wiesehügel.

Die vorherrschende Diskussion um die Rente drücke sich um eine wirkliche Reform der Altersvorsorge. Eine weitere Steigerung der Beiträge sei nicht notwendig. Die Belastung der Arbeitseinkommen habe ihre Obergrenze erreicht. Weitere Beitragssteigerungen allein zulasten der Arbeitseinkommen würde eine Flucht aus regulärer Beschäftigung verstärken. Auch eine Verlängerung durch ein starres, späteres Rentenalter könne ebenfalls keine gerechte Antwort sei. Durch einen späteren Renteneintritt würden diejenigen bestraft, die früh in das Erwerbsleben eintreten, aber auch durch hohe Belastungen auch früher rentenreif sind und kürzer leben.

Die IG BAU kritisiere nicht nur die vorliegenden Reformvorschläge, sondern habe ein eigenes Konzept entwickelt, sagte Vorstandsmitglied Irmgard Meyer. An dem Konzept der IG BAU habe Diether Döring (Leiter der Akademie für Arbeit), Jürgen Borchert Richter am Landessozialgericht Hessen), Herbert Ehrenberg (Bundesarbeitsminister a.D), Walter Romberg (Finanzminister der letzten DDR-Regierung) mitgewirkt. Das Riestersche Rentenkonzept sei ein Modell, das sich ausschließlich auf Finanzierungsaspekte beschränke. Das derzeitige Rentenniveau müsse erhalten bleiben, denn sonst sei die Armut im Alter vorprogrammiert.

Das IG BAU-Konzept setze auf die Ausweitung des Beitragszahlerkreises auf die gesamte Wohnbevölkerung unter Einbeziehung der Beamten, Selbstständigen, Schüler, Studenten und nichterwerbstätige Ehepartner. Die Beitragsbemessungsgrenze soll abgeschafft werden, jedoch eine Kappungsgrenze für eine auszuzahlende Rente von 4 500 DM eingeführt werden. Die starren Altersgrenzen in der Rentenversicherung sollen fallen. Nach 44 Beitragsjahren soll der Anspruch auf eine volle Altersrente bestehen.

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