Weitere Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen
UBS streicht im Investmentbanking 500 Stellen

Der Schweizer Finanzkonzern UBS will im Investmentbanking weltweit rund drei Prozent der Belegschaft oder etwa 500 Arbeitsplätze abbauen und schließt auch weitere Stellenstreichungen nicht aus. Mit dem Schritt, der alle Regionen und verschiedene Funktionen betrifft, reagiert UBS laut Angaben vom Mittwoch auf das rückläufige Geschäft im Bereich Wertpapierhandel und Firmenzusammenschlüsse.

Reuters ZÜRICH. UBS beschäftigt im Investmentbanking, das bis vor kurzem unter dem Namen UBS Warburg operierte, rund 16 000 Leute. Anders als Konkurrenten hat UBS bisher im Investmentbanking keine Leute entlassen und stattdessen in Bereichen wie etwa der paneuropäischen Aktienanalyse Personal abgebaut.

Weltweit haben Investmentbanken wegen des schwachen Marktes für Unternehmenszusammenschlüsse, Akquisitionen und Aktienemissionen in den letzten zwei Jahren etwa 100 000 Stellen abgebaut, um die während des Technologie- und Internetbooms aufgeblähten Kosten zu senken.

Obwohl Peter Wuffli, Präsident der UBS-Konzernleitung, erst vor einem Monat von ersten Anzeichen für ein Ende des Bärenmarktes sprach, dürfte der nun angekündigte Stellenabbau kaum Überraschung auslösen.

"Sie waren mit einem Abbau generell etwas weniger eifrig als viele andere Banken, vor allem deswegen, weil sie während des Bullenmarktes nicht im selben Maß aufgebaut hatten, wie andere," sagte Piers Brown, Bankanalyst bei Commerzbank Securities. UBS sei keinesfalls alleine mit seinen Bemühungen um Einsparungen, hiess es bei der Bank Pictet mit Verweis auf die Massnahmen bei der zur CS Group gehörenden Credit Suisse First Boston. Laut Pictet-Analyst Peter Thorne könnte das Schlimmste zwar vorbei sein, weitere Maßnahmen könnten aber folgen.

UBS-Sprecher David Walker in London sagte auf Anfrage, dass weitere Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen werden könnten, wenn sich der Markt nicht bessere. "Selbstverständlich prüfen wir unsere Kostenstruktur und Stellenbedürfnisse und-bestände," so der Sprecher. Er fügte aber hinzu, dass UBS in ausgesuchten Regionen, wie etwa den USA, weiterhin Leute einstellen wird. An der Börse notierten die UBS-Aktien bis kurz nach Mittag um 0,6 % auf 75,95 sfr. Der Gesamtmarkt tendierte 1,2 % fester. UBS sind in diesem Jahr bisher gut 12 % gestiegen.

Mitte Mai hatte UBS für das erste Quartal 2003 einen sechsprozentigen Rückgang der Einnahmen im Investmentbanking auf 894 Mill. sfr berichtet.

Die grossen US-Investmentbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley, Merrill Lynch und Lehman Brothers haben im ersten Quartal fast 4 000 Stellen abgebaut. Branchenanalysten schätzen, dass sich der Personalbestand der fünf grössten Investmentbanken auf rund 350 000 verringert hat von etwa 450 000 in der Spitze im Jahr 2000.

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