Weitere Todesopfer im Nahen Osten
Mubarak wirft Peres Täuschung vor

Nach der verfrühten Ankündigung einer Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern hat sich am Montag eine diplomatische Krise zwischen Israel und Ägypten abgezeichnet. Präsident Husni Mubarak warf dem israelischen Außenminister Schimon Peres vor, ihn bei seinem Besuch in Kairo bewusst falsch informiert zu haben.

dpa KAIRO/JERUSALEM/WASHINGTON. Peres begann unterdessen am Montag einen viertägigen Besuch in Washington, in dessen Verlauf er weitere Gespräche mit US- Regierungsvertretern über Wege zur Eindämmung der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern führen wollte. Die blutigen Auseinandersetzungen in den Palästinensergebieten dauerte an.

Mubarak sagte im ägyptischen Fernsehen, Peres habe ihm ausdrücklich gesagt, seine Regierung habe sich in Gesprächen mit zwei Vertrauten von Palästinenserpräsident Jassir Arafat grundsätzlich auf eine Waffenruhe geeinigt. "Später habe ich dann mit Arafat telefoniert und der sagte mir, dass überhaupt nichts in dieser Art geschehen sei", erklärte Mubarak. Er hatte nach dem Treffen mit Peres am Vortag die Einigung auf eine vierwöchige Feuerpause bekannt gegeben.

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums bestätigte, dass es keine Einigung über eine Waffenruhe gebe. "Das zeigen auch die Ereignisse vor Ort", sagte Noam Katz. Israel und die Palästinenser hätten sich nur darauf geeinigt, "dass ein Ende der Gewalt ein erster und notwendiger Schritt sein muss, nach dem beschleunigte Verhandlungen aufgenommen werden können".

Erneut Todesopfer

Bei einem Bombenanschlag im Gazastreifen wurde am Montag wieder ein Palästinenser getötet. Unter einem israelischen Fahrzeug, das palästinensische Arbeitskräfte in eine jüdischen Siedlung fahren sollte, detonierte ein großer Sprengsatz. Dabei wurde auch ein Palästinenser verletzt. In der Nacht zuvor erschossen israelische Soldaten im Westjordanland einen Palästinenser. Er habe in der Nähe der Stadt Kalkilia versucht, sich der Festnahme durch Flucht zu entziehen, hieß es. Die israelische Armee lockerte unterdessen die Blockade Kalkilias und erlaubte Palästinensern die Ein- und Ausreise. Auch die Sperre der Autonomiestadt Jericho wurde etwas gelockert. Israelische Araber mit Besitz oder Familie in der Stadt durften erstmals wieder in die Wüstenstadt reisen.

Der EU-Beautragte für Außenpolitik, Javier Solana, versprach unterdessen am Montag bei einem Treffen mit Mubarak und Ägyptens Außenminister Amre Mussa, die Europäische Union wolle sich für eine Umsetzung des ägyptisch-jordanischen Nahost-Friedensplans einsetzen. Die ägyptisch-jordanische Friedensinitiative zielt auf einen vollständigen israelischen Rückzug auf Positionen vor dem neuen Palästinenseraufstand, der vor sieben Monaten begann. Dafür sollen die Palästinenser wieder in Fragen der Sicherheit mit Israel voll zusammenarbeiten. Danach sollten Friedensverhandlungen auf Grundlage bisheriger Abkommen wieder aufgenommen werden.

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