Weitere Uefa-Cup-Teilnahme fraglich
Ganz Italien hofft auf Inter Mailand

Das waren noch Zeiten, und sie liegen gar nicht so lange zurück: Drei von vier Fußballteams, die 2003 im Halbfinale der Champions League standen, kamen aus Italien. Im Endspiel siegte der AC Milan nach Elfmeterschießen gegen Juventus Turin.

krei ROM. Zwölf Monate danach hat sich die Situation völlig verändert. Die Halbfinals der Champions League finden ohne italienische Beteiligung statt, nachdem der AC Mailand in La Coruna 0:4 verloren hatte. Und auch die weitere Teilnahme am Uefa-Cup ist fraglich: Marseille hat Inter Mailand im Viertelfinal-Hinspiel mit 1:0 besiegt; heute findet das Rückspiel statt, und in Mailand flattern die Nerven. In den weiteren Viertelfinals trifft der FC Villarreal auf Celtic Glasgow (Hinspiel 1:1), Newcastle United auf den PSV Eindhoven (1:1) und der FC Valencia auf Girondins Bordeaux (2:1).

Italiens Zeitungen wüteten zunächst, der AC Milan habe in der Champions League "die schmerzlichste Niederlage aller Zeiten" erlitten. Und was Inter Mailand in Marseille geboten habe, sei "komplett unbegreiflich". Doch das ist schon wieder vergessen. Die Italiener, so hat neulich der Soziologe Enrico Finzi festgestellt, neigten nicht dazu, "allzu lange in der Depression zu verharren". Und so hat am Osterwochenende eine heftige Aufwallung nationalen Zorns die Trauer hinweggespült. Italien hat sich vereint gegen drei Schiedsrichter, denen katastrophale Fehlentscheidungen vorgeworfen werden. Es finden seiten- und stundenlange Diskussionen über die Interpretation der Abseits-Regel statt. Inter Mailand habe nur deswegen den AC Perugia besiegen können, weil der Schiedsrichter ein "klares Abseits-Tor" habe durchgehen lassen. Der Abstiegskandidat Perugia wütet: "Man will uns aus der Serie A vertreiben."

Dazu kommen Diskussionen über Bilanzfälschungen in der Serie A. Sollte Inter Mailand heute Abend aus dem Uefa-Cup ausscheiden, wird für Ablenkung jedenfalls gesorgt sein. Die Liga hat gerade entschieden, dass das Lokalderby zwischen AS Rom und Lazio am 21. April nachgeholt wird. Hooligans hatten vor drei Wochen den Abbruch der Partie erzwungen.

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