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Weitere Verhandlungen bei Opel - Rüsselsheim arbeitet wieder

In allen europäischen Opel-Werken soll am Montag wieder gearbeitet werden.

dpa-afx RÜSSELSHEIM/BOCHUM. In allen europäischen Opel-Werken soll am Montag wieder gearbeitet werden. Gleichzeitig würden die Verhandlungen des Gesamtbetriebsrates mit Opel-Mutter General Motors (GM) über den radikalen Sanierungsplan fortgesetzt, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrates, Peter Klein, am Sonntag, in Rüsselsheim. Nach einem mehrtägigen wilden Streik der Opel-Arbeiter in Bochum gegen das Spargrogramm hatten mehrere europäische Werke wegen Nachschubmangels ihre Arbeit einstellen müssen.

GM will bis 2006 europaweit 12 000 Stellen abbauen, davon 10 000 in Deutschland. Je 4 000 Stellen sollen in Bochum und Rüsselsheim betroffen sein. Ziel sei es nach wie vor, Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. "Ich schätze ein solches Ergebnis als nicht unrealistisch ein", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz, der "Welt am Sonntag".

Neues Unternehmensmodell

Unterdessen stellte der Betriebsrat des angeschlagenen Autoherstellers dem Mutterkonzern General Motors (GM) ein neuartiges Unternehmensmodell vor. Es sei zeitgemäß, die rund 100 Tochtergesellschaften von GM in Europa zusammenzufassen und so Bürokratie und Doppelarbeit zu vermeiden, sagte Franz der dpa. In der "Welt am Sonntag" erklärte er, es werde diskutiert, die Europa- Holding von General Motors (GM) in Zürich in eine Europäische Aktiengesellschaft umzuwandeln und in Brüssel anzusiedeln. Ford sei mit dem Umzug seiner Europa-Zentrale von London nach Köln "effizienter" geworden, sagte Franz.

Alle Unternehmensstrukturen müssten untersucht werden. Neben der Integration der europäischen Tochtergesellschaften von GM gehe es auch darum, die Marke Opel und das Unternehmen zu europäisieren. Er habe GM einen entsprechenden Vorschlag vor einigen Wochen unterbreitet. "GM hat nicht abgelehnt. Das ist ein wichtiger Schritt nach vorne", sagte Franz. Wichtig sei ihm, dass die Arbeitnehmer dabei auch eine Gestaltungsfunktion behielten. "Die Arbeitnehmer sind nicht die natürlichen Feinde von General Motors."

Langfristig Schliessung Nicht Ausgeschlossen

Im "Spiegel" sagte GM-Europachef Fritz Henderson, das Sanierungsprogramm, mit dem die Kosten um jährlich 500 Mill. Euro gesenkt werden sollen, sei für 2005 und 2006 ausgelegt. "Es kann erreicht werden, ohne eine Fabrik dichtzumachen". Langfristig könne er aber ein Aus von Betrieben nicht ausschließen. Wenn es um die Planung neuer Fabrikate gehe, "müssen wir klären, wo deren Produktion sinnvoll konzentriert werden kann. Aber das steht erst 2008 an."

DGB-Chef Michael Sommer hielt General Motors in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) "eklatante Managementfehler" vor. Die Beschäftigten hätten dafür gekämpft, dass Opel mit einer Neuauflage des Omega wieder in der ersten Liga der Autobauer mitspielen könne, aber die GM-Führung lege stattdessen ein "ein blindwütiges Sparprogramm" auf. Der künftige EU-Industriekommissar Günter Verheugen sagte, er werde sich angesichts der Opel-Krise vor allem um die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilbranche kümmern.

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