Weitere Verkäufe geplant
Kreditverkauf der Dresdner läuft gut

Bislang hat die Bank Engagements im Volumen von drei Milliarden Euro abgewickelt.

po FRANKFURT/M. Die "Kreditwerkstatt" der Dresdner Bank hat die Bilanz der Großbank bislang um rund drei Mrd. Euro an faulen und nicht mehr gewollten Krediten erleichtert. Das ist bereits ein Drittel, des bis Ende 2004 angestrebten Volumens. "Geschwindigkeit ist in diesem Geschäft sehr wichtig", sagte Jan Kvarnström, Vorstandsmitglied der Dresdner Bank und Leiter der so genannten Institutional Restructuring Unit (IRU) gestern in Frankfurt. Denn mit jedem Tag in ungewisser wirtschaftlicher Entwicklung sinke die Kreditqualität und verfielen die Sicherheiten weiter. Im laufenden Jahr hofft Kvarnström noch weitere dreiAuktionen durchführen zu können und darüber Kredite zu verkaufen. Die bislang abgewickelten drei Mrd. setzen sich aus der ersten Auktion im Frühjahr in Höhe von 511 Mill. Euro zusammen. Daneben hat die IRU 2,5 Mrd. Euro an Engagements einzeln verkauft.

Zudem sei der Wettbewerbsdruck groß, sagte Kvarnström. Alle Banken versuchten, ungewünschte Kredite am Markt zu platzieren und so die Bilanz zu entlasten. Da müsse man zu den ersten gehören, so Kvarnström. Allein im vergangenen Jahr summierten sich die Wertberichtigungen der vier deutschen Großbanken auf rund 9,4 Mrd. Euro. In diesem Jahr wird zwar in allen Häusern mit einer geringeren Risikovorsorge gerechnet, von deutlicher Entspannung kann aber keine Rede sein. Branchenexperten schätzen, dass Kredite aller deutschen Banken im Volumen von mehr als 40 Mrd. Euro risikobehaftet sind.

Die unter dem Dach der KfW angesiedelte True-Sale-Initiative deutscher Großbanken und der DZ Bank zur Verbriefung von Forderungen empfindet Kvarnström nicht als Konkurrenz: "Das ist ein guter Weg, um Liquidität für deutsche Banken zu schaffen, durch den Verkauf guter Kredite", sagte er.

Vorrangiges Ziel der IRU ist es dagegen, mittelfristig - das heiße um die fünf Jahre, so Kvarnström - Risikokapital von drei Mrd. Euro für die Allianz freizusetzen. Der Schwede räumte aber auch ein, dass in der Regel nach dem Verkauf nochmals ein Abschreibungsbedarf vorhanden sei. "Dies nehmen wir aber in Kauf, da wir uns so von Risiken in der Zukunft trennen".

Die Dresdner Bank hat die IRU Ende 2002 gegründet und ein Portfolio im Volumen von 30 Mrd. Euro auf die Einheit übertragen. Darunter befanden sich 23 Mrd. Kredite an Kunden, mit denen die Bank keine Geschäfte mehr betreiben möchte, rund eine Mrd. Euro an außerbörslichen Beteiligungen (Private Equity) sowie 5,6 Mrd. Euro an notleidenden Krediten. Derzeit beschäftigt die IRU 300 Mitarbeiter.

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