Weitere Zinssenkungen erwartet: Experten rechnen bei Aktien mit Rückschlägen

Weitere Zinssenkungen erwartet
Experten rechnen bei Aktien mit Rückschlägen

Trotz eines für das zweite Halbjahr 2002 prognostizierten Konjunkturaufschwungs rechnen Analysten bis zum Frühsommer mit Rückschlägen bei den Aktienkursen und für das Gesamtjahr nur mit einem moderaten Wachstum.

Reuters FRANKFURT. Die aktuellen Gewinnschätzung seien für die großen europäischen Unternehmen zu hoch, teilte das Bankhaus Sal. Oppenheim am Mittwoch in Frankfurt mit. Der Aktienstratege Peter Saacke von Merrill Lynch sagte, trotz der Erholung der Konjunktur blieben die Gewinnmargen der Firmen niedrig. Er rechne für das Gesamtjahr mit einem prozentual einstelligen Wachstum. Oppenheim sagte ein Plus im niedrigen zweistelligen Bereich voraus. Beide prognostizierten einen moderaten Konjunkturaufschwung.

Einzelne Werte besitzen durchaus Aufwärtspotenzial

Saacke und Wolfgang Sawatzki, Leiter der Primäranalyse bei Oppenheim, sehen aber dennoch für ausgewählte Werte Aufwärtspotenzial. Profitieren dürften vor allem Firmen aus Branchen, in denen Konsolidierungen oder Restrukturierungen verzeichnet worden seien. Hierzu gehörten Banken, Telekom-Firmen oder auch Fluggesellschaften. Vom Wiederaufbau der niedrigen Lagerbestände würden unter anderem die Titel der Chemiebranche Unterstützung erhalten. Saacke ergänzte, auch Unternehmen mit einer guten Bonitätseinstufung dürften zu den Gewinnern zählen. Diese Rückkehr zur Qualität sei typisch für die Märkte nach dem Platzen einer Spekulationsblase.

Den Dax sieht Sawatzki am Jahresende bei 5 700 Punkten und Saacke bei 5 400 Zählern. Für den Dow Jones Stoxx 50 der größten europäischen Werte prognostizieren beide einen Stand von 4 100 Stellen.

Deutschland hinkt weiter hinterher

Die Erholung der Konjunktur wird nach übereinstimmender Einschätzung von Saacke und dem Oppenheim-Chefökonom Norbert Braems moderater ausfallen als zu Beginn der 90er Jahre. Dabei werde die europäische Wirtschaft nur mit Verzögerung auf das Anspringen der US-Konjunktur reagieren, ergänzte Braems. Den Höhepunkt der Wachstumsdynamik erwarte er zum Jahreswechsel 2002/2003. Deutschland werde allerdings den anderen Staaten der Euro-Zone hinterherhinken.

Mit Blick auf die Inflation sagten Braems und Saacke übereinstimmend, von dieser Seite gehe 2002 keine Gefahr aus. Sie prognostizierten für die kommenden Monate in den USA und Europa eine weitere Senkung der Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte. Gegen Jahresende dürften die Zinsen aber wieder anziehen, hieß es.

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