Weitere Zukäufe bei Wohnungsunternehmen
WCM plant große Akquisition in den nächsten zwölf Monaten

Die WCM Beteiligungs- und Grundbesitz-AG plant nach Worten ihres Vorstandsmitglieds Roland Flach in den nächsten zwölf Monaten eine "sehr bedeutende" Firmenübernahme. Das dafür zur Verfügung stehende Finanzierungsvolumen belaufe sich auf rund 750 Mill. ?, sagte WCM-Finanzvorstand Karl-Ernst Schweikert am Dienstag bei Vorlage der Bilanz des Unternehmens in Frankfurt.

rtr/vwd FRANKFURT. "Wir rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit einem sehr bedeutenden Engagement, über das wir wie immer erst sprechen, wenn es soweit ist", sagte Flach. Der WCM-Vorstand wollte auf Nachfrage jedoch kein konkretes Unternehmen nennen. Die WCM sei wie bisher an börsennotierten, unterbewerteten und bundesweit bekannten Unternehmen interessiert. Unter den Dax-100-Unternehmen gebe es bis zu 22 potenzielle Kandidaten, sagte Flach. Gegen 11.30 Uhr lagen die WCM-Aktien mit gut einem Prozent im Minus bei 18,65 ?.

Mit Blick auf die im Vorjahr übernommene Klöckner-Werke AG, Duisburg, sagte Flach, WCM unterstütze die Strategie des Klöckner-Vorstands, sich von Geschäftsfeldern der Werke zu trennen. In den nächsten Monaten wolle sich WCM zusammen mit dem Klöckner-Vorstand ein deutliches Bild über die vier Geschäftsbereiche machen und dann entscheiden, welche Einzelschritte erforderlich seien, um "den ökonomisch sinnvollsten Weg", möglicherweise auch unter Einbeziehung Dritter, zu gehen.

Die stillen Reserven von WCM bei Klöckner bezifferte Flach auf rund 500 Mill. Euro. In welchen Zeitraum diese realisiert werden sollen, stehe noch nicht fest.

Im Bereich Wohungsunternehmen beabsichtige WCM im laufenden Jahr ebenfalls weitere Zukäufe, kündigte der Vorstand ohne Angabe von Details weiter an. Seit Anfang 2000 hat WCM seinen Wohnungsbestand auf 60 000 verdreifacht.

Ferner wolle das Investmenthaus auch weiter jährlich rund 2 % seiner Wohnungen an Mieter veräußern. Im Bereich Gewerbeimmobilien sollen die im Vorjahr mit der RSE Beteiligungs und Grundbesitz AG übernommenen Gewerbeimmobilien in Luxemburg, Belgien und Spanien noch in diesem Jahr verkauft werden, da sich WCM auch weiter auf die beiden Bereiche Wohnimmobilien und Unternehmensbeteiligungen konzentrieren will.

Flach bekräftige zudem den von WCM bereits angekündigten Ergebnissprung im laufenden Jahr auf 400 Mill. Euro, wovon zwei Drittel im Bereich Beteiligungen und ein Drittel im Bereich Immobilien generiert werden sollen.

Das Jahr 2000 habe "im Zeichen des Investments" gestanden. Durch die Neustrukturierung der Klöckner-Werke und der Wohnungsgesellschaft RSE sowie die Erhöhung der Beteiligung an der IVG Holding AG auf knapp 50 % und die Übernahme der Gemeinnützigen Wohnungsbau mbH-Gesellschaft Wuppertal mit rund 4 500 Eisenbahnerwohungen verspreche sich WCM "für die Zukunft Erhebliches".

Steuerfreie Berichtigungsaktien anstatt Dividende

Der Vorstand bekräftige außerdem das Vorhaben, den Aktionären auf der Hauptversammlung am 6. Juni statt einer Dividende erstmals steuerfreie Berichtigungsaktien im Verhältnis 3:1 aus Gewinnrücklagen auszugeben. Die steuerlich hoch belasteten Dividenden seien WCM "ein Dorn im Auge gewesen", begründete Flach das Vorhaben.

Außerdem sollen die Aktionäre über die Erweiterung des Aufsichtsrates auf zwölf von zuvor drei Mitgliedern sowie die Ausgabe von Options- und oder Wandelschuldverschreibungen entscheiden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe WCM die Planzahlen erreicht, betonte Flach. Demnach schmälerte WCM den endgültigen Angaben zufolge ihr Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit auf 153 (223) Mill. Euro, wovon 133 Mill. auf den Bereich Immobilien und 20 Mill. Euro auf die Unternehmensbeteiligungen entfielen.

Bedingt durch Änderungen in der Steuergesetzgebung seien wesentliche Transaktionen insbesondere aus dem Beteiligungsbereich in das Jahr 2001 und 2001 verschoben worden, was 2001 wiederum zum Ergebnissprung beitragen werde, erläuterte Flach. Das Eigenkapital des Investmenthauses wuchs zum Jahresende um rund 57 %auf 1,7 Mrd Euroo und die Bilanzsumme im Konzern um 76 %auf 4,3 Mrd Euro.

Die Eigenkapitalquote sank um fünf Prozentpunkte auf 38 %, während das Anlagevermögen wegen der erstmaligen Konsolidierung des RSE-Teilkonzerns und der Klöckner-Werke um knapp 1,4 Mrd auf rund drei Mrd Euro stieg.

Dementsprechend wuchs auch das Umlaufvermögen um 503 Mill. auf 1,4 Mrd. Euro. WCM sei in der Lage, große Engagements durchzuführen, ohne dabei eine Verschlechterung der Bilanzstruktur in Kauf zu nehmen, resümierte Flach. Die Umsatzerlöse im Konzern wuchsen auf 316,0 (89,9) Mill. Euro. Laut Flach standen den Erträgen der Gesellschaft von 627 (368) Mill. Euro Aufwendungen von 474 (145) Mill. Euro gegenüber. Den Bilanzgewinn bezifferte der Vorstand auf rund 178 (234) Mill. Euro.

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