Weitere Zukäufe geplant
E.ON-Kurs steigt nach Absage der Fusion mit Suez

rtr DÜSSELDORF. Die Absage einer seit Monaten vorbereiteten Fusion zwischen dem E.ON-Konzern und der französisch-belgischen Suez Lyonnaise des Eaux hat am Freitagnachmittag zu einem Kurssprung der E.ON-Aktie geführt. Bei regem Handel stieg das nach den Fusionsgerüchten der vergangenen Tage gefallene Papier des Düsseldorfer Chemie- und Energiekonzerns um gut zwei Prozent auf 55,13 Euro.

Zuvor hatten der aus der Veba und Viag entstandene E.ON-Konzern und Suez mitgeteilt, es gebe "keine Pläne für eine Fusion oder für einen sonstigen Zusammenschluss der beiden Unternehmen". Nach Angaben aus Unternehmenskreisen sollen Gespräche über mögliche Kooperationen geführt werden.

E.ON plane zudem für die kommenden Monate weitere Zukäufe auch außerhalb Europas, hieß es weiter in den Unternehmenskreisen. Darüber hinaus werde E.ON in den kommenden Wochen eigene Aktien zurückkaufen. Analysten werteten die Absage an die Fusion positiv. Die Suez-Aktie legte um 4,13 % auf 174,0 Euro zu.

Die Branchenkenner zeigten sich vom Verzicht auf eine Verschmelzung von E.ON und Suez zwar überrascht, reagierten aber angesichts des Kursverfalls der E.ON-Aktie in den vergangenen Tage positiv. Sal. Oppenheim-Analyst Matthias Heck sagte, es sei von den E.ON-Aktionären Schaden abgewendet worden. Bei einer Bewertung auf Basis des gegenwärtigen Kurses wären die E.ON-Anteilseigner benachteiligt worden. Für die E.ON-Aktie setzte er ein Kursziel von 70 Euro und empfahl das Papier mit "akkumulieren". Ein anderer Analyst meinte, die Gerüchte um ein Zusammengehen von Suez und E.ON seien gezielt gestreut worden, um die Reaktion der Kapitalmärkte zu testen. Ein solcher Test sei fairer, als den Kapitalmarkt vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Verhandlungen über mögliche Kooperationen sollen fortgesetzt werden

Die seit 15 Monaten andauernden Fusionsgespäche seien am Freitagmorgen bei einem Spitzentreffen von E.ON-Chef Ulrich Hartmann und Suez-Chef Gerard Mastrallet beendet worden, da keine Einigkeit über die Bewertung beider Unternehmen erzielt worden sei, hieß es aus Unternehmenskreisen weiter. E.ON war nach den Angaben von einem Bewertungsverhältnis von 54 bis 55 % zugunsten des Düsseldorfer Konzerns ausgegangen. Dies habe die französische Seite nicht mittragen wollen. Um Schaden von den E.ON-Aktionären abzuwenden, sei daraufhin auf eine Fusion verzichtet worden. Statt dessen würden künftig Verhandlungen über mögliche Kooperationen fortgesetzt werden, hieß es weiter. Zudem sei das Fehlen eines europäischen Gesellschaftsrechtes ein Stolperstein gewesen. Die Entscheidung, wer den neuen Konzern geführt hätte, wäre kein Problem gewesen. Im Falle einer Fusion hätten sich den Angaben zufolge nur im Strombereich Kostensparpotenziale ergeben. Die Unternehmenskreise bezifferten diese mit 300 bis 400 Mill. Euro und verwiesen darauf, dass E.ON allein durch die Fusion von Veba und Viag rund 800 Mill. Euro einsparen würde.

Der Düsseldorfer Konzern wird den Angaben zufolge in den kommenden Monaten weitere Zukäufe auch außerhalb Europas realisieren. Es seien mehrere Projekte geplant, die wegen der Suez-Gespräche zunächst zurückgestellt worden seien. Eine große Übernahme sei allerdings nicht vorgesehen, auch wenn E.ON finanziell sehr gut dastehe. Der Konzern hatte in den vergangenen Wochen die Abgage von Beteiligungen an zwei Unternehmen aus dem Verpackungsbereich und an der Telekommunikationstochter Viag Interkom angekündigt.

Am Donnerstag hatten die seit Monaten schwelenden Gerüchte über eine Fusion neue Nahrung erhalten. Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, die Fusion stehe kurz bevor. Suez - Chef Gerard Mestrallet hatte in Paris gesagt, er sei offen für Gespräche, wenn die Bedingungen des Konzerns erfüllt würden. Die E.ON-Aktien hatten am Donnerstag und Freitag nach Händlerangaben wegen anhaltender Gerüchte an Wert verloren.

Nach einer Verschmelzung des französisch-belgischen Mischkonzerns Suez Lyonnaise des Eaux mit dem deutschen Chemie- und Energie-Unternehmen E.ON wäre Europas zweitgrößter Energieversorger nach der französischen Electricite de France (EDF) entstanden.

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