Weitere Zusammenschlüsse
Auch deutsche Firmen wollen von Honeywell-Übernahme profitieren

Nach der angekündigten Übernahme von Honeywell durch General Electric rechnen MAN-Technologie und MTU mit weiteren Zusammenschlüssen in der Branche.

dpa HAMBURG. Die geplante Übernahme des US-Technologiekonzerns Honeywell durch General Electric (GW) wirkt sich auch auf deutsche Unternehmen aus. Der Triebwerkshersteller MTU (München) verspricht sich von der Entstehung des weltgrößten Luftfahrtzulieferers eine Ausweitung seines Geschäftes. "Wir hoffen, davon zu profitieren", sagte ein MTU-Sprecher am Montag in München.

MTU sei sowohl Kooperationspartner von Honeywell als auch von GE. General Electric ist am Projekt für den geplanten Super-Airbus A3XX beteiligt - ebenso wie die Triebwerksgesellschaft Pratt & Withney, deren europäischer Allianz-Partner die MTU ist. Über die Beteiligung am A3XX-Triebwerksprojekt, die nach Angaben des Sprechers geplant ist, hofft die MTU auf den Ausbau des Geschäftes. Derzeit erwirtschaftet MTU München bereits rund 60 % des Umsatzes von 1,75 Mrd. Euro (3,4 Mrd. DM) in 1999 mit den US-Partnern.

Man sieht Konzentration auch in Europa



Auch der deutsche Raumfahrt- und Luftfahrtausrüster MAN Technologie rechnet mit einer Konzentration der Branche auch in Europa. Die Konsolidierung der Branche sei der richtige Weg, hieß es am Montag in Augsburg bei der MAN Technologie AG.

MAN Technologie ist der größte deutsche Zulieferer für das europäische Raketenprogramm Ariane und ein bedeutender Zulieferer für die Flugzeugbauindustrie. MAN-Vorstandschef Rudolf Rupprecht hatte erst kürzlich angekündigt, dass die Konzerntochter weiter organisch wachsen soll. Wie Horst Rauck, Vorstand der MAN Technologie, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt andeutete, steht das Unternehmen zudem kurz vor einem Zukauf im europäischen Ausland. "Auch die europäischen Ausrüster brauchen eine gewisse Größe, um international wettbewerbsfähig zu sein", sagte Rauck.

Nach den großen Fusionen bei den Systemherstellern wie etwa Boeing oder EADS (der Zusammenschluss der DASA, Aerospatiale und CASA zum größten europäischen Raumfahrtkonzern) müsse nun sein Haus nachziehen, erklärte Rauck. MAN Technologie macht zwei Drittel des Umsatzes, der im vergangenen Geschäftsjahr rund 400 Mill. DM erreichte, mit dem Ariane-Programm. Wichtige Produkte sind dabei Gehäuse für Antriebsraketen und Hitzeschutzschilde.

Siemens in Gesprächen für Übernahme



Die in München ansässige Siemens-AG könnte möglicherweise Teile des Honeywell - Konzerns übernehmen. Britische Zeitungen berichteten am Montag, dass Siemens ein Angebot für das industrielle Automatisierungsgeschäft der US-Firma vorgelegt habe. Für das Geschäft seien bis zu 1,5 Mrd. $ (3,5 Mrd. DM) im Gespräch, hieß es. Ein Siemens-Sprecher lehnte am Montag jeden Kommentar zu den Berichten ab.

Fest steht jedoch, dass die Automatisierungssparte des größten deutschen Elektrokonzerns weiter ausgebaut werden soll. Konzernchef Heinrich von Pierer hatte wiederholt erklärt, dass in der Prozessautomation weiter zugekauft werden sollte.

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