Weiterer Anstieg erwartet
Neuer Rekord bei Unternehmenspleiten

Nach einem Rekordstand 2001 wird die Pleitewelle trotz positiver Konjunktursignale auch in diesem Jahr voraussichtlich weiter anschwellen.

dpa WIESBADEN. Nach einem Rekordstand 2001 wird die Pleitewelle trotz positiver Konjunktursignale auch in diesem Jahr voraussichtlich weiter anschwellen. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet 2002 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um ein Viertel. Im vergangenen Jahr waren 32



278 Firmen zahlungsunfähig geworden. Dies waren 14 Prozent mehr als 2000, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nahm um 27 Prozent auf 13 277 zu.

Der Anstieg bei den Unternehmenspleiten fiel im vergangenen Jahr doppelt so hoch aus wie noch 2000. Neben der schwachen Konjunktur machen die Experten das für das Kleingewerbe attraktivere Insolvenzrecht für den Anstieg verantwortlich.

Die offenen Forderungen der Gläubiger stiegen um 29 Prozent auf 31 Milliarden Euro. Bei den zahlungsunfähigen Unternehmen waren mindestens 200 000 Menschen beschäftigt. Am stärksten betroffen war unter den Branchen das Baugewerbe, in dem knapp 28 Prozent der Insolvenzen anfielen. Überdurchschnittlich stark um 151 Prozent stieg die Zahl der Pleiten bei den Aktiengesellschaften an. Die am stärksten betroffene Rechtsform blieb allerdings mit deutlichem Abstand die GmbH.

In Ostdeutschland stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 5,7 Prozent auf 8506 und damit deutlich schwächer als im Bundestrend. Nach Ansicht von Creditreform gingen viele angeschlagene Unternehmen dort bereits vor 2001 pleite. Auffällig ist außerdem, dass die Pleitewelle bei älteren Unternehmen fast doppelt so stark anwuchs wie bei jüngeren Firmen, die weniger als acht Jahre bestehen. «Die desolate konjunkturelle Lage hat jetzt auch viele Betriebe erwischt, die sich lange Zeit gerade so über Wasser halten konnten», sagte Anne Sahm, Wirtschafts- und Konjunkturforscherin bei Creditreform.

Die Insolvenzen bei Unternehmen sind nach Darstellung des Statistitischen Bundesamtes seit Anfang der 90er Jahre gestiegen. Nur 1999 war es zu einer Unterbrechung des negativen Trends gekommen. Auch die seit 1999 möglichen Verbraucherinsolvenzen erreichten im vergangenen Jahr einen Rekordwert. Allerdings fiel der Anstieg dort geringer aus als erwartet. Nach Auffassung der Statistiker haben viele Antragsteller eine Änderung der Insolvenzordnung zum 1. Dezember 2001 abgewartet, die zahlungsunfähigen Verbrauchern weitere Erleichterungen beim Abbau ihrer Schulden bringt.

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