Weiterer Bahn-Vorfall am Dienstag
Ministerpräsident weist Vorwürfe nach Zugunglück zurück

Der niedersächsische Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) hat am Dienstag im Landtag eine Mitverantwortung an den Pannen nach dem Zugunglück von Bad Münder zurück gewiesen.

HB/dpa HANNOVER. Er forderte einen besseren Informationsfluss bei Notfällen. Es müsse schneller klar werden, wann die Katastrophenstäbe vor Ort versagten und die Landesregierung das Kommando übernehmen müsse. "Die Informationspolitik der Bahn AG war katastrophal", griff Gabriel das Unternehmen scharf an. "Wir müssen mit der Bahn AG hart ins Gericht gehen." Auch ihr Personal müsse besser geschult werden.

Ein Bahn-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Die Bahn sei ihrer Pflicht, sofort die Einsatzleitungen über den Unfall und das Gefahrgut zu informieren, nachgekommen. Alles Weitere - ob etwa Evakuierungen erforderlich sind - müssten die Behörden entscheiden und nicht die Bahn.

Am 9. September waren in der Nähe des Bahnhofs von Bad Münder zwei Güterzüge zusammengestoßen. Dabei war ein Waggon mit Krebs erregendem Epichlorhydrin explodiert. Hunderte Anwohner klagten danach über Atemwegreizungen oder Kopfschmerzen. Der Sachschaden liegt nach Bahn - Angaben in "zweistelliger Millionenhöhe".

Ein Fachberater der Einsatzleitung in Bad Münder kritisierte das Verhalten der Verantwortlichen nach dem Zugunglück. "Es irritiert mich, mit welcher Lässigkeit man das Ganze angeht", sagte der Chemiker Michael Klumpe der in Hameln erscheinenden "Deister- und Weserzeitung". Um eine mögliche Gefahr zu minimieren, hätte sofort Boden ausgebaggert werden müssen. "Je länger man abwartet, desto größere Umweltschäden sind zu erwarten."

Unterdessen gab es in Lehrte einen weiteren Bahn-Notfall. Auf dem Bahnhof der niedersächsischen Stadt war am Dienstag aus einem Kesselwagen flüssiger Schwefel ausgelaufen. Der Zugverkehr wurde zeitweise vorsorglich auf einigen Strecken eingestellt. Betroffen war auch die Strecke Hannover-Berlin.

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